Botanischer Garten Karlsruhe

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Botanischer Garten Orangerie.JPG

Der Botanische Garten Karlsruhe ist ein Botanischer Garten westlich des Karlsruher Schlosses.

Allgemein

Der Botanische Garten befindet sich zwischen Schlossgarten, der Orangerie und dem Bundesverfassungsgericht. Zeitweilig wuchsen dort über 40.000 verschiedene Pflanzen aus fast allen Regionen der Erde. Im Garten gibt es Bäume aus verschiedenen Kontinenten, Blumenrabatten und Brunnen. Die Cafe-Terrasse im ehemaligen Wintergarten läd zum Verweilen ein. Vier Sphingen und weitere Skulpturen verzieren den Garten.

Gewächshaus

Das mehrgliedrige Gewächshaus besteht aus dem „Kakteen- und Sukkulentenhaus“, dem Palmenhaus und dem Warm- oder Tropenhaus.

Die Gewächshäuser beherbergen Pflanzen aus verschiedenen Vegetationszonen bis hin zu tropischen Gewächsen sowie zwei Brunnen und einige Vögel.

Der Zugang erfolgt über die Orangerie und kostet Eintritt (2,00 €, ermäßigt 1,00 €, Stand Januar 2014).

Öffnungszeiten

Januar bis April

Samstag bis Montag und Feiertag: geschlossen
Dienstag bis Freitag: 10:00 Uhr bis 16:45 Uhr

Mai bis Dezember

Dienstag bis Sonntag 10.00 Uhr bis 16:45 Uhr, montags geschlossen.

Geschichte

Markgraf Karl Friedrich von Baden (1728 - 1811) ließ den Botanischen Garten durch den Botaniker Carl Christian Gmelin im 18. Jahrhundert anlegen. Die Orangerie und neue Pflanzenhäuser stammen vom Residenzbaumeister Heinrich Hübsch und wurden zwischen 1853 und 1857 errichtet.

Zweiter Weltkrieg

Die bisher größte Einbuße für den Garten brachten die Luftangriffe im Winter 1944/45, bei der alle Gewächshäuser durch Bomben und Brände zerstört wurden. Bei Kriegsende hatte der Garten noch fünf Pflanzen (ein „Dioon edule“, eine „Aloe“ und drei „Erythrina crista-galli“) unter Glas und der Baumbestand starke Schäden erlitten. Ab 1948/1950 begann der Wiederaufbau.[1]

Erweiterung BVerfG

Im Jahr 2002 wurde eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Botanischen Gartens gegründet, um die im Zuge der Erweiterung des Bundesverfassungsgerichts (BverfG) geplante Bebauung des Gartens und damit die Zerstörung der denkmalgeschützten Anlage zu verhindern. Der Garten ist wissenschaftlichen Ursprungs, er dient der Erforschung von Pflanzenarten die vom Aussterben bedroht sind. Die sogenannten „Urpflanzen“ wie Palmfarne, Gnetum-Gewächse[2] und Ginkgo sind ein Spezialgebiet des Botanischen Gartens. Es ist die Kultivierung und Untersuchung in der evolutionären Biologie, und daher von großem Interesse.

Am 28. April 2005 reiste eine Delegation des Petitionsauschusses des Deutschen Bundestages nach Karlsruhe zu einem Ortstermin, um sich vor Ort über den Erweiterungsbau des Bundesverfassungsgerichts zu informieren.

Am 29. April 2005, nach dem Ortststermin des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages beim BVG äußerte die Bürgerinitiative "Botanischer Garten" darüber Empörung, dass man im Botanischen Garten bereits Bäume gefällt hatte, die außerhalb des abgesteckten Baugrundes gestanden hätten.

Am 19. Mai 2005 äußerte die Initiative „Botanischer Garten“ darüber Empörung, dass die Baumaßnahmen am Erweiterungsbau des Bundesverfassungsgerichts ungeachtet der noch ausstehenden Entscheidung des Petitionsausschusses weitergingen.

Die vom Bundesverfassungsgericht ursprünglich favorisierte Erweiterungsvariante konnte durch Anregungen der Initiative Botanischer Garten in eine für den Garten verträglichere Lösung geändert werden. Der Erweiterungsbau wurde 2007 in Betrieb genommen und fügt sich mit seiner begrünten Fassade gut an den Botanischen Garten an.

Sanierung 2014 - 2017

Beginnend mit dem Sukkulentenhaus werden ab 2014 mit einem Gesamtaufwand von 3,5 Millionen Euro die Gewächshäuser und das Torbogengebäude saniert. Nach dem Stadtgeburtstag 2015 werden Palmen- und Tropenhaus sowie das Torbogengebäude bis 2017 erneuert. Die neue Verglasung nimmt mit einer Rundung im Übergang von Wand zu Dach die ursprüngliche Form wieder auf. Diese war beim einfachen Wiederaufbau nach dem Krieg nicht wieder hergestellt worden.

Lage

Dieser Ort im Stadtplan:

weitere Bilder

Weblinks

Fußnoten

  1. Thomas Carolus, Thomas Huber: „Botanischer Garten Karlsruhe“, Seite 14, Brausdruck Heidelberg, ohne Jahr, ISBN 3-932489-01-2
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Gnetum