Benedict Kreutz

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Tafel mit Informationen zu Prälat Dr. Benedict Kreutz

Dr. Benedict Kreutz (* 15. Januar 1879 in St. Peter/Schwarzwald; † 25. Juli 1949 in Freiburg) war ein katholischer Geistlicher.

Leben und Wirken

Benedict Kreutz wurde 1879 als Sohn eines Bäckers und Müllers in St. Peter geboren. Er war das zehnte von siebzehn Kindern. Seine Mutter, Karolina Schwär, war Tochter eines Gastwirts. Nach Abitur in Freiburg 1898 studierte er Philosophie und Theologie in Eichstätt und Freiburg. Im Alter von 23 Jahren zum Priester geweiht, verbrachte er 18 Monate als Kaplan in Durlach, wo er den katholischen Arbeiterverein gründete. Bevor er im Jahre 1910 zunächst als Pfarrverweser nach Untergrombach versetzt wurde, war er ab 1904 bei Heinrich Hansjakob als Kaplan tätig, um diesen zu entlasten.

In Untergrombach übernahm er am 19. Mai 1910 als Pfarrverweser eine in sich zerstrittene Gemeinde. Hansjakob hatte dies noch zu verhindern versucht, weil er Kreutz, nachdem er ihn anfangs nicht hatte ausstehen können, im Lauf der Zeit mit vielen wichtigen Aufgaben betraut hatte, bei denen Kreutz sich bewährt hatte. Auch Kreutz wehrte sich gegen die Versetzung. Als er die Stelle dennoch antrat, wurde er sofort aktiv.

Er erreichte sein Ziel, die Gemeinde zu Einen mit einer Reihe von Maßnahmen, die der Untergrombacher Bevölkerung zu Gute kamen. Neben der Gründung je eines Vereines für Arbeiter und Arbeiterinnen zählt die Finanzierung und Errichtung des Gemeindezentrums St. Elisabeth zu seinen zentralen Leistungen. Das im Mai 1914 eingeweihte Haus beinhaltete neben der neu eingerichteten Volksbibliothek, ein Volksbad, eine Hausapotheke und eine Krankenpflegestation. Weiterer Kernpunkt des neu geschaffenen Hauses war eine Schule für Hauswirtschaft.

Er setze jene Dinge um, die er noch in Freiburg also notwenige Dinge zur Verbesserung der sozialen Lage gefordert hatte. Dennoch bewarb er sich noch im September 1910 nach Villlingen, mit der Begründung, er sei in Untergrombach überlastet. Sein Gesuch wurde abgelehnt und sein Sold um 300 Mark angehoben.

1914 übernahm er - auch weil die Gemeinde eine entsprechende Eingabe an das Ordinariat geschickt hatte - endgültig die Untergrombacher Pfarrei, wurde jedoch bereits Ende des selben Jahres als Militärseelsorger an die Vogesen-Front geschickt. Später wurde er in Galizien und an der Ostsee eingesetzt. In dieser Funktion schrieb er bis Kriegsende ein Tagebuch, das 1987 veröffentlicht wurde. Seine Vertretung in der Pfarrei übernahm Vikar Banholzer, mit dem er in ständigem Streit über die Führung der Gemeinde stand.

Nach Kriegsende aus dem Militärdienst entlassen, hatte er in Untergrombach mit dessen Folgen zu tun. Er gründete noch Ende 1918 eine Baugenossenschaft, die in der Siedlungsstraße zwei Doppelhäuser finanzierte. Die Genossenschaft hatte jedoch nur solange Bestand, wie Kreutz sich um sie kümmerte. Mit seinem Weggang endete auch deren Existenz.

1920 verließ er Untergrombach in Richtung Berlin und wurde zwei Jahre später Präsident des Deutschen Caritasverbandes, was er bis zu seinem Tode im Juli 1949 blieb. Die Erfahrungen seiner Untergrombacher Tätigkeit waren der Grundstein für seine 1922 veröffentlichte Dissertation Das Gemeindehaus auf dem Lande. Er hatte seinen Doktortitel auch deswegen nachgeholt, weil er während seiner Durchacher Zeit ein gewünschtes Volontariat einzig wegen dem Fehlen desselben nicht hatte antreten können.

In seiner Caritastätigkeit engagierte sich Kreutz zunehmend sozialpolitisch und nahm in den 1920er Jahren auch Einfluss auf die Sozialgesetzgebung des Reiches. Obwohl er seinen Wohnsitz nach Freiburg verlegt hatte, hielt er sich aus diesem Grund vielfach in Berlin auf.

1927 kam er zum letzten mal anlässlich des 60jährigen Kirchweijubiläums nach Untergrombach.

Von den Nationalsozialisten zwar nicht direkt verfolgt, musste Kreutz dennoch mit vielerlei Widrigkeiten kämpfen. Nach Endes des Zweiten Weltkrieges engagierte er sich – wie schon nach Ende des vorherigen Weltkrieges – in der Fürsorge für die Kriegsopfer. Er starb schließlich im Juli 1949 in Freiburg.

Ehrungen

Literatur

(Auswahl)

Weblinks