Ausstellung Opfer

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Briefmarke des Weißen Ringes: Gegen sexuellen Missbrauch von Kindern

Die Ausstellung „Opfer“ des Weißen Ringes zum Thema Gewalt und Zivilcourage war vom 11. bis 24. November 2006 im Amtsgericht Karlsruhe zu sehen.

Allgemein

Hier saß meine Tochter Lisa. Sie verschwand ... wurde vergewaltigt und erwürgt. Sie fehlt uns!
Diese Schlampe hat ihren großen Bruder verführt.
So rechtfertigen sich die Täter

Eine Rasierklinge auf blutender Hand, ein Kind mit schmerzverzerrtem Gesicht - in der Herzgegend ein Einschussloch und der Kommentar Sexueller Missbrauch tötet, eine attraktive Frau mit Schlagspuren im Gesicht - das sind nur einige der mehr als 100 außergewöhnlichen und unter die Haut gehenden Plakate und Fotos gegen häusliche Gewalt und sexuelle Misshandlungen. Zu sehen sind diese Exponate im Rahmen der Wanderausstellung „Opfer“, die der Weiße Ring in Zusammenarbeit mit 16 ausgewählten Studenten der Bauhaus-Universität Weimar unter Leitung von Professor Holzwarth und Hochschuldozent Gamper konzipiert hat.

Ziel dieser Ausstellung ist es zum einen, die Menschen dazu zu bewegen, ihre Umwelt ein wenig sorgfältiger zu betrachten und - wenn nötig - zu reagieren und Zivilcourage zu zeigen. Zum anderen sollen potenzielle und bereits betroffene Opfer ermutigt werden, Hilfe zu suchen und sich vehement - so früh wie möglich - zur Wehr zu setzen. Nicht zuletzt soll diese Ausstellung zum Thema des sexuellen Missbrauchs die gemeinnützige Hilfsorganisation Weißer Ring noch bekannter machen. Ihre 420 Außenstellen in Deutschland müssen feststellen, dass die in der Ausstellung thematisierten Verbrechen auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort zunehmend beschäftigt. Opfer häuslicher Gewalt brauchen oft eine lange persönliche Betreuung. Über die Wirkung der eindringlichen Kampagne machen sich Prof. Holzwarth und Peter Gamper keine Illusion:Damit werden wir keinen Sexualstraftäter zum sensiblen Familienvater bekehren und versuchen das auch gar nicht. Wichtiger ist uns, den Opfern zu zeigen, dass es für solche Verbrechen kompetente Stellen gibt, an die sie sich wenden können.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenstelle Karlsruhe Stadt und Land präsentieren diese Ausstellung vom 11. bis 24. November im Karlsruher Amtsgericht. Die Exponate konfrontieren den Betrachter mit dem Leid von Kindern, Jugendlichen und Frauen. Mit beklemmenden Motiven prangert sie Gewalt in der Familie an und nennt die Verbrechen der Täter beim Namen. Das Schicksal unschuldiger Opfern, die so oft schweigen - aus Angst, Scham und Hilflosigkeit, aber auch, weil sie allein gelassen sind - steht hier im Mittelpunkt. Die teils drastischen Darstellungen wollen wachrütteln und fordern den Mut zum Hinsehen, Mut zu Zivilcourage und Hilfe. Wegsehen lässt die Betroffenen im Stich und stärkt die Täter.

Infotische

Während der Dauer der Ausstellung werden andere Karlsruher Hilfsorganisationen an einem Infotisch nacheinander im unteren Foyer des Amtsgerichts über ihre Arbeit informieren.

Montag, 13. November 2006
08:00 Uhr bis 13:00 Uhr : Notfallseelsorge Karlsruhe
13:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Projekt Häusliche Gewalt Karlsruhe
14:00 Uhr Führung mit anschließendem Gespräch
Dienstag, 14. November 2006
08:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Arbeitskreis Frauen gegen Gewalt im Landkreis Karlsruhe
13.00 Uhr bis 18:00 Uhr: Kinderschutzbund Karlsruhe
Mittwoch, 15. November 2006
08:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Polizei: Opfereinsatz auch im Ruhestand
Donnerstag, den 16. November 2006
08:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Christophorushaus: Täter-Opfer-Ausgleich und Beratungsstelle bei Gewalt im sozialen Nahraum
13:00 Uhr bis 18:00 Uhr: TelefonSeelsorge Karlsruhe
19.00 Uhr: Podiumsdiskussion „Opfer im Brennpunkt“ (siehe siehe unten)
Freitag, den 17. November 2006
08:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Ausstieg e.V. - Psychische Gewalt
Montag, den 20. November 2006
08:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Die Brücke
13:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Wildwasser & FrauenNotruf in Karlsruhe
Dienstag, den 21. November 2006
08:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Sozialdienst katholischer Frauen e.V.: Frauenhaus SKF
13:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Beratungsstelle SKF
Mittwoch, den 22. November 2006
08:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Polizei: Opfereinsatz auch im Ruhestand
Donnerstag, den 23. November 2006
08:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Autonomes Frauenhaus
13:00 Uhr bis 18:00 Uhr: Frauenberatungsstelle Haus 13
Freitag, den 24. November 2006
13:00 Uhr bis 18:00 Uhr: AllerleiRau: Hilfe für sexualisierte Gewalt

Podiumsdiskussion: Opfer im Brennpunkt

Eine Veranstaltung mit dem Thema „Opfer im Brennpunkt“ fand am 16. November 2006 im großen Sitzungssaal des Amtsgerichts Karlsruhe statt. Berthold Schäufele, Leiter der Außenstelle Karlsruhe Stadt und Land des Weißen Rings moderierte die Podiumsdiskussion, bei der die Diplom-Psychologin Gerlinde Dötsch, der Rechtsanwalt und Leiter der Außenstelle Rhein-Neckar-Kreis Thomas R.J. Franz, die Opferschutzkoordinatorin des Polizeipräsidiums Karlsruhe Ursula Stärk sowie die Rechtsanwältin Jutta Uchmann das Thema der häuslichen Gewalt unter verschiedenen Aspeken diskutierten und beleuchteten.

Öffnungszeiten

Kinder werden nicht vom sogenannten bösen Onkel mißbraucht, sondern vor allem von vertrauten Menschen. Von Verwandten, Bekannten und Nachbarn. Verhindern Sie Mißbrauch. • Weißer Ring
11. bis 24. November 2006
Montag bis Freitag: 08:00 bis 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 bis 16:00 Uhr

Eintritt frei

Adresse

Amtsgericht Karlsruhe
Schlossplatz 23
Karlsruhe