Karl Friedrich Eisenlohr

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Karl Friedrich Eisenlohr (* 1777 in Karlsruhe; † 18??) war ein badischer Pfarrer. Er kam von Gernsbach, wo er zuvor Diakon war, als Pfarrer am 3. Oktober 1815 nach Spöck und Staffort. Er blieb bis zum 22. April 1827 und wurde dann nach Ofingen bei Freiburg versetzt.

Leben und Wirken

Eisenlohr war Historiker und Theologe, der während seiner Pfarrtätigkeit in Staffort und Spöck besonders durch seine ökumenische Arbeit bekannt wurde. Er gründete im Hungerjahr 1815 einen Wohltätigkeits-Frauenverein, um die Not der Armen zu lindern und dokumentierte die Hungersnot in den Kirchenbüchern von Spöck.

Besonders aufgefallen ist er durch seine Aktion als lutherischer Pfarrer, der seine Tochter am 18. Dezember 1820 durch den calvinistischen Pfarrer Ernst in Friedrichstal taufen lies und veranlasste, dass die christliche Patenschaft durch den katholischen Pfarrer von Büchenau übernommen wurde. Er wollte damit offensichtlich Frieden zwischen die Konfessionen säen und Nächstenliebe demonstrieren.

Die erheblichen Differenzen zwischen reformierten und den lutherischen Christen, die seit dem Druck des Stafforter Buches in der Markgrafschaft entstanden waren und durch den Zuzug der calvinistisch geprägten Hugenotten noch verstärkt wurden, konnten erst 1821 mit der Gründung der Kirchenunion, der badischen Landeskirche beigelegt werden.

Literatur

  • Wilhelm Otto Hauck: Staffort – Schloß und Dorf an der steten Furt (Ortschronik), Gemeinde Stutensee 1993
  • Manfred G. Raupp: Die Stafforter Geschlechter 1669–1975; Sippenbuch Manuskript hinterlegt im Stafforter Bürgerbüro und in der Evangelischen Kirchengemeinde Staffort
  • derselbe: Was der Großvater schon wusste – Gedanken zur Entwicklung der Landwirtschaft in Staffort; verfasst zum Andenken an Gustav W. Raupp (1905-1985). Eigenverlag, Lörrach und Stutensee-Staffort 2005
  • derselbe: 4000 Jahre Stete Furt und 350 Jahre Kirchenbuchaufzeichnungen; Stutensee-Staffort 2010.
  • derselbe: Ortsfamilienbuch Staffort, Herausgeber Stadt Stutensee, Verlag Gesowip Basel 2010, ISBN 978-3-906129-64-8