Carl Lorenz Peter

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Carl Lorenz Peter (* 5. September 1812 in Karlsruhe, † 26. August 1897 in Öschelbronn) war jahrzehnte Pfarrer in Spöck und Staffort, Badischer Kirchenrat und Träger des vom Großherzog verliehenen Kommandeurkreuzes des Bertholdordens.

Leben und Wirken

Er wurde als Sohn des Hofschuhmachermeisters Jakob Peter und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Wagner in Karlsruhe geboren. Einen bleibenden Eindruck hinterließ bei ihm die Predigt von Aloys Henhöfer, die er als 15jähriger in der Schlosskirche in Karlsruhe erlebte.

Im September 1830 erhielt er am Lyceum zu Karlsruhe sein Reifezeugnis und begann sein Studium der Theologie in Halle (Saale), das er in Heidelberg fortsetzte und mit großem Lob seines Lehrers Professor Daub abschloss. Auch seine Prüfung vor der Evangelischen Kirchensektion bestand er mit Bravour und wurde im Dezember 1834 in die Evangelisch-protestantische Landeskirche in Baden aufgenommen. Er bat die Kirchenbehörde mit der Übertragung eines Vikariats noch zu warten und betätigte sich zunächst als Hauslehrer. Im Februar 1838 wurde er ordiniert und begann als Vikar in Epfenbach. Auf Ostern 1841 wurde er als Nachfolger von Gustav Adolf Frommel Stadt- und Hofvikar in Karlsruhe. Seine Predigt für die Toten des Theaterbrandes am 28. Februar 1847 erregte bei seinen Gegnern derart Anstoß, dass er bereits im März des Jahres nach Schallbach bei Lörrach versetzt wurde. Während der Wirren der 1848er Revolution wurde er gefangen genommen und eingesperrt, weil er den Großherzog zu seinem rechtmäßigen Herrn erklärte und öffentlich für das Fürstenhaus betete.

Von Schallbach aus verkehrte Peter oft im Missionshaus Basel. Im Jahr 1853 wurde er dort zur Mitarbeit im Missionswerk eingeladen und zum Mitglied des Missionskomitees berufen. Als sich 1862 ein Halsleiden einstellte, wurde ihm klar, dass er die Lehrtätigkeit im Missionshaus nicht auf Dauer ausführen konnte. Er folgte der Anfrage der Kirchenältesten aus Spöck und Staffort, um nach dem Tod von Aloys Henhöfer dessen Pfarrstelle zu übernehmen. Er blieb dort für 34 Jahre; 1890 wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste vom Oberkirchenrat der Titel eines Kirchenrates und 1897 vom Großherzog das Kommandeurkreuz des Bertholdordens verliehen. Am 15. Juli 1897 wurde er wegen vorgerückten Alters in den Ruhestand versetzt. Zusammen mit seiner Frau verließ er am 17. August 1897 das Pfarrhaus in Spöck um zur Tochter Emma, Ehefrau des Pfarrers Schumacher, nach Öschelbronn umzusiedeln. Am 26. August 1897 erlag er dort einem Schwächeanfall. An ihn soll die Carl-Peter-Straße in Staffort erinnern.

Ehrungen

postum:

Literatur

  • Wilhelm Otto Hauck: Staffort – Schloß und Dorf an der steten Furt (Ortschronik). Gemeinde Stutensee 1993
  • Manfred G. Raupp: Die Stafforter Geschlechter 1669–1975; Sippenbuch Manuskript hinterlegt im Stafforter Bürgerbüro und in der Evangelischen Kirchengemeinde Staffort und Was der Großvater schon wusste – Gedanken zur Entwicklung der Landwirtschaft in Staffort; verfasst zum Andenken an Gustav W. Raupp (1905–1985). Eigenverlag, Lörrach und Stutensee-Staffort 2005; Ortsfamilienbuch Staffort, Herausgeber Stadt Stutensee, Verlag Gesowip Basel 2010, ISBN 978-3-906129-64-8.

Siehe auch Literatur über Carl Lorenz Peter in der Landesbibliographie Baden-Württemberg