Blankenloch

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Wappen von Blankenloch

Blankenloch ist ein Stadtteil von Stutensee im Landkreis Karlsruhe.

Der traditionelle Neckname der Blankenlocher ist „Rotbärzel” oder „Rotberzel”, was soviel wie roter Hintern bedeutet.

Geschichte

Blankenloch (einschließlich Büchig) innerhalb der Stadt Stutensee
Brunnen mit Skulptur am südlichen Orteingang Blankenlochs

Der älteste Hinweis menschlicher Besiedlung wurde im Gewann Bügel 1727 gefunden. In einem Grab wurde ein Skelett mit Ring und weiteren Beigaben gefunden mit einer zeitlichen Zuordnung zur späten Hallstattkultur (750-450 v.Chr). Ein gefundener Kalkofen zeugt von einer römischen Besiedlung auf Blankenlocher Gemarkung. Blankenloch wurde am 15. Februar 1337 als „Blankelach” erstmals urkundlich erwähnt und war zu der Zeit im bischöflich-speyerischen Besitz unter Herrschaft der Markgrafschaft Baden. Das Hochstift Speyer hatte auf der Hardt viele Besitzungen und war möglicherweise Eigentümer von ganz Blankenloch. Dies wäre auch eine Erklärung der relativ späten Erwähnung, oft führte erst ein Besitzwechsel zu Aufzeichnungen in öffentlichen Dokumenten. Es folgten weitere zehn urkundliche Erwähnungen Blankenlochs im 14. Jahrhundert, dabei wurde am 23. Juni 1399 auch Büchig erstmals urkundlich genannt.

Der ersten urkundlichen Erwähnung zufolge ist zu vermuten, dass der Ortsname nicht auf das Wort -loh/-loch (Hain, lichtes Gehölz) zurückgeht, sondern auf Lache (mittelhochdeutsch für Pfütze, stehendes Gewässer). Im Laufe der Jahrhunderte wurde die schreibweise mehrmals geändert. 1337 Blankelach, 1392 Blankenlach, 1407-1527 Blanckenlach, 1431 Plankenlach, 1464 Blankellach, 1484 Blancklach, 1637 Blanckhenloch. Das älteste Haus im Ort ist das Kerns-Max-Haus, erbaut 1603.

Eine detaillierte Beschreibung der dörflichen Situation der Hardtdörfer Hagsfeld, Blankenloch und Friedrichstal im 18. Jahrhundert findet sich in der Dissertation des Moritz Hecht (1869-1952), dem Blankenlocher Pfarrersohn. Der Zwergbauer und der Fabrikarbeiter haben sich, entsprechend seiner Darstellung, ohne Zwangsmassnahmen durch eigene Kraft, Fleiß und hoher Sittlichkeit zum Mittelstand emporgearbeitet. Die 1895 veröffentliche Doktorarbeit fand in der politischen Öffentlichkeit eine große Beachtung. Die Veröffentlichung stand in krassem Gegensatz zu den Theorien von Marx und wurde von Lenin 1901 in einem russischen Zeitschriftenartikel und Band 5 seiner Werke (36) gewürdigt. Wenngleich die Beurteilung durch Lenin nicht nur Lob enthielt, so fanden doch die badischen Ortsnamen Blankenloch, Hagsfeld und Friedrichstal damals Erwähnung in der Weltliteratur.

Folgende Familiennamen finden sich im Bürgerbuch des Oberamtes Durlach 1709 für Blankenloch: Amolsch, Becker, Butzer, Cammerer, Disel, Dörflinger, Frickh, Gamer, Girich, Götz, Gräber, Haisch, Hauer, Hemperle, Hermann, Hofheintz, Hoos, Kalchhofer, Kentzinger, Kiefer, Kühlkopf, Lehmann, Ludwig, Malsch, Mayntzer, Metz,Müller, Münch, Nagel, Oesterle, Pfatteicher, Raupp, Räuschle, Reichenbacher, Seger, Seifert, Seutz, Vogel, Weber, Wehrlin, Werner, Wolf, Zeitert. Eintragungen für Büchig: Hofheintz, Hölltzer, Kiefer, Lang, Meyer, Pfatteicher, Ullrich.

Geografie und Politik

Der Dorfmittelpunkt befindet sich auf 8° 28' 14 östl. Länge und 49° 04' 04 nördl. Breite; Blankenloch ist 8,5 Kilometer vom Rhein bei Leopoldshafen entfernt. Die Gemarkung sind gekennzeichnet durch Sand und sandigen Lehm, der angeschwemmt wurde, die Höhe beträgt 110.5 bis 117 Meter über NN. Die niedrig gelegenen Gemarkungsteile waren bis zur Pfinz-Saalbachkorrektur durch Frühjahreshochwasser regelmäßig überflutet, was offensichtlich zum Namen „Blankelach“ führte.[1]

Blankenloch schließt sich, zusammen mit Büchig, das 1935 wieder eingemeindet wurde, an die Gemarkung Karlsruhe an und wurde am 1. Januar 1975 zusammen mit den drei Nachbarorten Spöck, Staffort und Friedrichstal zur Gemeinde Stutensee zusammengeschlossen.

In Blankenloch wohnt mit 12.250 Einwohnern (Stand 1. Juli 2016) mehr als die Hälfte der Stutenseer Bevölkerung.[2]

Der Stadtteil Blankenloch stellt das Zentrum der Kreisstadt dar und hier finden sich u.a. das Rathaus und der Polizeiposten Stutensee.

675 Jahre Blankenloch 2012

Am 14. und 15 Juli 2012 wurde in einem Stadtteilfest auf dem Festplatz die erste Erwähnung vor 675 Jahren gefeiert . Der Festausschuss plante darüber hinaus eine Sonderausstellungen im Kerns-Max-Haus, zu sehen am 9. und 23. September. Am 28. Juli und 9. September gab es eine Dorfführung, am 9. September wurde ein Koppelstein beim Schloss Stutensee gesetzt. Am 21. September folgte ein Bildervortrag „Blankenloch in den vergangenen 100 Jahren“. Darüber hinaus wurde auf der Westseite der Hauptstraße im im Frühjahr des Jubiläumsjahres eine 675 Meter lange gelbe Linie aufgebracht. Entlang der gelben Linie wurde die Geschichte Blankenlochs auf 37 Schautafeln aufgezeigt. Die gelbe Linie wurde im Herbst 2012 wieder entfernt. Die Schautafeln sollen an einem auch weiterhin öffentlich zugänglichen Ort angebracht werden.[3]

Kultur & Sehenswürdigkeiten

Einrichtungen

Kirchen

Kindergärten und Schulen

  • Evang. Michaeliskindergarten, Gymnasiumstraße 14, Tel. 07244/92681
  • Kath. Kindergarten, Die kleinen Strolche [1]
  • Kita Grashüpfer [2]
  • Pestalozzi Grund- und Hauptschule [3]
  • Erich-Kästner-Realschule [4]
  • Thomas-Mann-Gymnasium

Schwimmbad

Das Stutensee-Bad hat eine Schwimmhalle mit Außenbereich. Es liegt in Blankenloch.

Vereine

Karneval

Kultur und Historisches

Musik

Tiere und Pflanzen

Soziales

Sport

Sonstiges

Siehe auch: Verein in Stutensee

Wirtschaft

Dienstleistungen

  • „Birgit's Heißmangel”, Birgit Hartkorn, Am Rain 5a, 76297 Stutensee-Blankenloch, Telefon: (07244) 91372
  • Wellness + Beauty Stutensee GmbH [15], Am Hasenbiel 1a, 76297 Stutensee-Blankenloch, Industriegebiet Nord, Tel.: 07244 9469971 (Sonnenstudio, Wellness, Kosmetik, Massage, Nageldesign)

Einzelhandel

Restaurants

Persönlichkeiten

Schultheiße

1431 erster Schultheiß ohne Namensnennung erwähnt, 1464 Johannes Rudiger, 1521 Hans Pfatthucher, 1562 und 1582 Matthes Lang, 1588 Hans Ulrich Metz, 1605 Martin Nagell, 1624 Hans Nagel, 16?? Michel Heysch, 1677 Antoni Nagel, 1699 Noa Cammerer, 1707 Sebastian Seutz, 1723 und 1735 Hans Georg Heisch, 1740 und 1746 Hans Martin Nagel, 1747 und 1751 Jakob Gierich, 1756-1760 Bernhard Kuntzmann, 1762-1775 Georg Gierich, 1776-1793 Lorenz Hauer, 1799-1807 Kuntzmann, 1807-1830 Johannes Zorn

Bürgermeister

1830-1832 Johann Adam Kuntzmann, 1845-1849 Heinrich Pfattheicher, 1850-1860 Wilhelm Seitz, 1861-1862 Ludwig Raber, 1862-1889 Georg Adam Dörflinger, 1889-1895 Karl Ludwig Seitz, 1907-1915 Max Noa Nagel, 1916-1919 Ludwig Rudolf Seitz, 1919-1920 Adolf Grimm, 1920-1932 Ludwig Raber, 1932-1934 Jakob Hofheinz, 1934-1945 August Ernst Nagel, 1946-1974 Friedrich Haisch (Ehrenbürger 1974)

Ortsvorsteher

1975-1984 Theo Feurer, 1984-1992 Dr. Waldemar Nagel, 1993-2004 Hans Peter Gaal

Weitere Persönlichkeiten

  • Gustav Eduard Hecht (?–1903), ehemals evangelischer Pfarrer zu Blankenloch und Büchig, Ehrenbürger
  • Andreas Brauss, Lehrer in Blankenloch 1881-1924, Ehrenbürger
  • Friedrich Schäfer, Lehrer in Blankenloch 1919-1954, Ehrenbürger 1954
  • Dr. Waldemar Nagel, Gemeinderat Blankenloch 1956-1974, 1975-1988 Gemeinderat Stutensee, 1984-1992 Ortsvorsteher Blankenloch, Mitglied des Kreistages Karlsruhe, Ehrenbürger von Stutensee
  • Heinz Bender; Ortschronist Blankenloch, Vergangenheit und Zeitgeschehen: Blankenloch, Büchig und Schloss Stutensee
  • Hanspeter Gaal; Ortsvorsteher Blankenloch 1993-2008
  • Walter August Scheidle, Ortssippenbuch Blankenloch - Büchig und dem Stutensee 1672-1920
  • Albert Süß, Rektor der Pestalozzischule 1977-2005

Bilder

Literatur

  • Heinz Bender: Die Michaeliskirche des markgräflich badischen Feckens Blankenloch 1976, ohne ISBN
  • derselbe:650 Jahre Blankenloch: 1337 bis 1987. 1987, ohne ISBN
  • derselbe: Vergangenheit und Zeitgeschehen: Blankenloch, Büchig und Schloss Stutensee; Hrsg: Gemeinde Stutensee mit Beiträgen von Klaus Demal und Hanspeter Gaal; Originalausgabe 872 Seiten Stutensee 1995, ohne ISBN
  • Arnold Hauck: Duwaggbreche in Stutensee. Stutensee Hefte, Stadt Stutensee 2003
  • Wilhelm Otto Hauck: Staffort – Schloß und Dorf an der steten Furt (Ortschronik). Gemeinde Stutensee 1993
  • Moritz Hecht: Drei Dörfer der Badischen Hardt, (Hagsfeld Blankenloch Friedrichstal); Commisionsverlag Leipzig 1895; zitiert nach Heinz Bender
  • Manfred G. Raupp:Ortsfamilienbuch Staffort, Herausgeber Stadt Stutensee, Verlag Gesowip Basel 2010, ISBN 978-3-906129-64-8.
  • Walter August Scheidle: Ortssippenbuch Blankenloch - Büchig und dem Stutensee 1672-1920 (= Band 93 der Badischen Ortssippenbücher), Lahr-Dinglingen, Heimat- und Museumsverein Blankenloch-Büchig 2001 ISBN 3-00-008164-X

Weblinks

Fußnoten

  1. Information zur Pfinz-Saalbachkorrektion
  2. Einwohnerstatistik Stutensee
  3. Geschichte und Programm der 675 Jahrfeier in Blankenloch]
Stadtteile Stutensees
Blankenloch, Friedrichstal, Spöck und Staffort sind die Stadtteile Stutensees.