Weingärtensiedlung

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Die Weingärtensiedlung ist eine zu Mühlburg gehörende Siedlung. Sie befindet sich zwischen Hertzstraße, Sonnenstraße, B36 und Siemensallee.

Geschichte

Die Weingartensiedlung, gelegen am Rande der ehemaligen Gemarkung Mühlburg, wird begrenzt durch die Kleingartenanlage "Oberer See" (Gelände des ehemals noch offenen Landgrabens), durch die Siemensallee (früher den Karlsruher Weg), die Neureuter Straße und die Sonnenstraße. Aus kleinsten Anfängen entstanden, hat die Siedlung ihre heutige Ausdehnung in zwei durch den Krieg getrennten Bauperioden erfahren.

Das erste Wohnhaus Karlsruher Weg 53 neben dem früheren Sportplatz des Karlsruher Turnvereins e.V. 1846, entstand 1923; das Klubhaus des Vereins war das Haus Karlsruher Weg 49 (Baujahr 1914). Beide Häuser lagen außerhalb des geschlossenen Baugebiets und hatten keine Versorgung mit Gas, Wasser und Strom.

Im Jahre 1932 beantragte die Heimbau eGmbH die Genehmigung, im Gewann "Weingärten" eine Anzahl kleiner Einfamilienhäuser für ihre Mitglieder zu bauen. Zuerst sollte ein "Musterhaus" erstellt werden (heute Heimgartenweg 27), dem dann ein zweites Musterhaus folgte (heute Heimgartenweg 29). Da außerhalb des Ortsbauplanes gelegen, wurde die Baugenehmigung nur ausnahmsweise erteilt. Es durfte nur 1 1/2 stockig gebaut und die Feldwege durften nicht mit Kraftfahrzeugen befahren werden.

Die erste Grundstücksumlegung wurde im Laufe des Jahres 1933 durchgeführt; sie betraf in der Hauptsache das Gelände zwischen Heimgartenweg und Laubenweg, das zumeist in Stadtbesitz war. Der Grundstückspreis wurde auf 2,00 RM je qm festgesetzt, später auf 2,50 RM. Ab Mitte 1934 setzte dann eine zunehmende Bautätigkeit zwischen Heimgartenweg und Seydlitzstraße ein. Die meisten Häuser hatten noch Abwassergruben, denn die Kanalisation wurde erst nach dem Krieg ausgeführt. Laut Adressbuch waren 1936 schon 45 Häuser bezogen.

Wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Siedlung hat die Firma Kondima Engelhardt und Heiden, die aus einer vorbildlichen sozialen Einstellung heraus in den Jahren 1938 bis 1940 für ihre Stammarbeiter die Errichtung von 10 Einfamilienhäusern im Laubenweg kräftig gefördert hat. Diese Häuser wurden dann zusammen mit 6 gleichartigen Häusern privater Bauherren zu 8 Doppelhäusern einheitlicher Bauweise zusammengefasst. Die Planung und Bauleitung lag in den Händen von Architekt Carl Scholl, der in die Planung auch die Gestaltung der Vorgärten mit einbezog. Was dabei entstand, ist das Schmuckstück der Siedlung an der Westseite des Laubenweges 1946.

Durch den Krieg kam der Wohnungsbau fast ganz zum Erliegen, er konnte erst nach der Währungsreform wieder aufgenommen werden. Während in der Siedlung bisher fast nur "Alte Karlsruher" bauten, waren es jetzt überwiegend Neubürger, die als Heimatvertriebene aus den Ostgebieten zu uns gekommen waren. Auf Betreiben von Stadtrat und damaligem Friedensrichter Dr. Meder und mit Unterstützung von Rechtsanwalt Steinmetz, Stadtrat Heininger u.a. wurde 1949 eine Baugenossenschaft "Selbsthilfe" der Heimatvertriebenen gegründet, die unter der Trägerschaft der "Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft des Hilfswerks der Ev. Kirchen in Deutschland m.b.H." 1949 begann im Heimgartenweg, der Zietenstraße und der Bodelschwinghstraße der Bau von Eigenheimen. Die erforderlichen Grundstücke wurden von der Stadt Karlsruhe in Erbpacht zur Verfügung gestellt. Die ersten Siedler konnten ihre Heime schon im Frühjahr 1950 beziehen. Nach dem ersten Bauabschnitt, der unter Leitung von Architekt Werner stand, wurde im zweiten Bauabschnitt unter Leitung von Architekt Freund die Bebauung, insbesondere an der Zietenstraße, weitergeführt.

Heute sind die Neubürger, die Schlesier, die Donauschwaben usw. alle zu guten Karlsruhern geworden und haben in ihrer rührigen Ortsgruppe des Deutschen Siedlerbundes (heute die Gemeinschaft der Siedler und Eigenheimer Karlsruhe-Weingärten-Rennbuckel einen gesellschaftlichen Mittelpunkt gefunden. Wenn man durch die stillen Straßen der Siedlung schlendert, hat man den Eindruck einer friedlichen und geruhsamen Ansiedlung mit gepflegten Gärten voller Blumen, mit freundlichen betulichen Menschen. Man kann sich hier wohl fühlen.

Eugen Ertle aus der Festschrift der BG Nwst zum 25 jährigen Bestehen der Bürgergemeinschaft Nordweststadt e.V. 1984/2006 ( Der Artikel entstand in den 60/80/90iger Jahren von Hn. E. Bauer / E. Ertle / P. Zappe ) Bis 1994 gehörte die Weingärtensiedlung zur Nordweststadt