Schlachthof (Gebäude)

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Schlachthofsgebäude von der Durlacher Allee aus
Schlachthofsgebäude von der Durlacher Allee aus

Der Karlsruher Schlachthof liegt zwischen Durlacher Allee und Schlachthausstraße in der Oststadt. Betreiber ist seit 2005 das kommunale Unternehmen Karlsruher Fächer GmbH. Der Schlachthof hat seinen Betrieb am 27.12.2006 eingestellt, jedoch sind in den früheren Gebäuden noch einige Schlachtbetriebe und Fleischgroßhändler untergebracht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das erste Schlachthaus mit zwei Schlachträumen, einem für die christliche und einem für die jüdische Bevölkerung, wurde in Karlsruhe schon wenige Jahre nach der Stadtgründung gebaut, 1726. Es entstand etwa am heutigen Marktplatz zusammen mit dem alten Rathaus hinter der damaligen lutherischen Kirche über dem Landgraben. Zu dieser Zeit gab es fast zwanzig Karlsruher Stadtmetzger. 1794 baute man wegen der Geruchsbelästigung für die inzwischen rundherum angesiedelte Wohnbevölkerung ein neues Schlachthaus am heutigen Ludwigsplatz. Steigende Ansprüche an Hygiene und Kapazität erforderten immer wieder Verlegungen und Neubauten. 1819 entstand in der heutigen Leopoldstraße eine neues Schlachthaus.

1883 wurde der Beschluss für ein großes Schlachthausareal im neuen Industriegebiet im Osten der Stadt, dem heutigen Standort, gefasst. Zusätzlich war ein Viehhof geplant, auf dem die Viehhändler direkt an die Metzger verkaufen konnten. 1887 wurde der Gebäudekomplex, der unter der Planung des Stadtbaumeisters Wilhelm Strieder (1848-1913) entstanden war, eingeweiht.

Anfang der 70er Jahre wurde im Schlachthof letztmals großsaniert. Der Viehhof wurde privatisiert und die KSB übernahm Organisation und Betrieb der Anlage. Die Stadt hat heute nur noch die veterinärmedizinische Aufsicht.

Es ist geplant, die Geschichte des Schlachthofs in das Digitale Museum der Stadt Karlsruhe aufzunehmen.

Architektur

Die ersten Gebäude des Karlsruher Schlachthofs sind, wie die meisten Industriebauten dieser Zeit, im historisierenden Stil gehalten. Man sollte den Gebäuden nicht unmittelbar ihre eher unappetitliche Funktion ansehen. Der Grundriss ähnelte ursprünglich einer barocken Schlossanlage mit zentraler symmetrischer Gliederung zur Durlacher Allee hin. Die Striederschen Bauten bis 1912 erkennt man an den weit ausladenden Dächern und rötlichen Sandsteinfassaden. Strieders Nachfolger Friedrich Beichel war dem Jugendstil verpflichtet. Erst in den 1920er Jahren wurde funktionaler gebaut.

Statistik

Im Jahr 2003 wurden im Karlsruher Schlachthof 1967 Bullen und Ochsen, 18 Kühe, 1084 Färsen, 100 Kälber, 26674 Schweine, 6 Ziegen, 210 Schafe und 5 Pferde geschlachtet.

Bilder

Siehe auch

Historismus, Kreativpark Ostaue

Literatur

  • Hundert Jahre Bürgerverein Oststadt von Michael Obert, Jubiläumsbuch 1996, Hrsg.: Bürgerverein der Oststadt e.V., Karlsruhe, 1996 (keine ISBN), hieraus das Kapitel „Schlachthof∑, S. 117-121.

Weblinks

Persönliche Werkzeuge