Prostitution

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Die Prostitution ist auch in Karlsruhe ein Thema.

Sperrbezirk

Prostitution ist im Stadtkreis Karlsruhe innerhalb des Sperrbezirks, der durch folgende Straßen und Plätze begrenzt wird, grundsätzlich verboten:

Mendelssohnplatz - Ludwig-Erhard-Allee - Wolfartsweierer Straße - Gottesauer Platz - Georg-Friedrich-Straße - Karl-Wilhelm-Platz - Karl-Wilhelm-Straße - Durlacher-Tor-Platz - Kaiserstraße - Waldhornstraße - Zirkel - Herrenstraße - Karlstor - Kriegsstraße - Ettlinger-Tor-Platz - Ettlinger Straße - Rüppurrer Straße - Stuttgarter Straße - Sybelstraße - Luisenstraße - Morgenstraße - Wielandtstraße - Rüppurrer Straße - Mendelssohnplatz.

Von diesem Sperrbezirk ist die Brunnenstraße zwischen Kaiserstraße und Zähringerstraße ausgenommen. Hier ist das sogenannte Karlsruher Rotlichtviertel. Die Brunnenstraße ist an beiden Enden mit Sichtblenden ausgestattet, so dass man nicht ungehindert im Vorbeigehen in die Straße blicken kann.

In einem weiteren Sperrbezirk besteht ein etwas eingeschränktes Verbot. Hier ist es verboten, der Prostitution auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen, Anlagen und sonstigen Orten, die eingesehen werden können, nachzugehen. Dieser Sperrbezirk wird durch folgende Straßen und Plätze begrenzt:

Am Fasanengarten - Richard-Willstätter-Allee - Moltkestraße - Hertzstraße - Hardtstraße - B10 bis zum Kühlen Krug - Bannwaldallee - Neue-Anlage-Straße - Sankt-Florian-Straße - entlang der Bahnlinie bis zur Victor-Gollancz-Straße - Victor-Gollancz-Straße - Bahnhofplatz - Poststraße - Ettlinger Straße - Rüppurrer Straße - Stuttgarter Straße - Schlachthausstraße - Durlacher Allee - Messplatz - Durlacher Allee - Weinweg - Ostring - Haid-und-Neu-Straße - Parkstraße bis zum Fasanengarten.

Als Zentrum des „Straßenstrichs“ ist die Fautenbruchstraße und die Ottostraße (Wohnwagen) bekannt. Seit Anfang Januar 2015 ist die Straßenprostitution nur noch zwischen 22 und 6 Uhr erlaubt.

Angebote an anderen Orten findet man in den Anzeigenblättern.

Geschichte

Messplatz

Um 1980 befanden sich einige Prositutierte in ihren Wohnwägen auf dem Messplatz. Für sie war es ein lohnender Standort, aber Anlieger und Schausteller-Familien, die dort überwinterten, gingen dagegen vor.[1]

Off Limits

Offlimits.JPG

Am Fundament der Hans-Thoma-Schule sowohl in der Markgrafenstraße als auch in der Kreuzstraße befanden sich bis Januar 2008 Aufschriften, die das Gebiet östlich der Kreuzstraße für amerikanisches und alliertes Personal als „Off Limits“ auswiesen, was übersetzt bedeutete: Das Gebiet war für alle Amerikaner und alliiertes Personal tabu.

THIS AREA IS
OFF LIMITS 
FOR ALL AMERICAN
AND ALLIED PERSONNEL

Die Markierungen wurden durch einen Reinigungstrupp der Stadt Karlsruhe bei der Beseitigung von Graffiti entfernt.

Zwangsprostitution: „Hoffnung für Osteuropa 2005”

Das Diakonische Werk Baden förderte im Rahmen der 12. Spendenaktion 2005 ein Projekt zur Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution in Osteuropa. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden allein in Europa jährlich 500.000 Frauen und Mädchen zur Prostitution gezwungen. Deutschland ist Ziel- und Durchgangsland des internationalen Frauenhandels.

Zunahme der Prostitution 2013

Laut „Arbeitsgemeinschaft Rotlicht“, welche bei der Karlsruher Kriminalpolizei angesiedelt ist, nahm allein vom Jahr 2012 zum Jahr 2013 die Zahl der legalen Prostituierten von 350 auf 700 in Karlsruhe und dem Landkreis Karlsruhe zu. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Die Mehrzahl der Frauen stammt aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien, wo die Armut sehr weit verbreitet ist. Sie wurden in zehn Bordellen, 82 Terminwohnungen, fünf Saunaclubs und vier SM-Clubs beschäftigt. Hinzu kommt die Ausdehnung des Straßenstrichs, der bis zum Jahr 2010 kaum noch existierte. Rund 55 Frauen warteten an 13 bis 15 Orten in Karlsruhe auf Freier.

Durch die Zunahme der Frauen war die Konkurrenz stark gestiegen, was zu fallenden Preisen geführt hatte. Das wiederum begünstigte einen steigenden „Sextourismus“ aus dem Elsass und aus Holland. Die Nachfrage nach ungeschütztem Verkehr hatte sich zudem stark erhöht, wodurch die Ansteckungsgefahr von sexuell übertragbaren Erkrankungen stieg. Frauen, die keinen ungeschützten Sex zuließen, bekamen deutlich weniger Freier.

Seit dem Jahr 2001 ist die Untersuchungspflicht für Prostituierte entfallen. Das Gesundheitsamt Karlsruhe bietet den Huren allerdings weiterhin kostenfreie Untersuchungen an. Das Angebot wurde nur selten in Anspruch genommen. Aus diesem Grund verteilte die Polizei Flugblätter, die in verschiedenen Sprachen verfasst waren.

Obwohl sich Frauen auch freiwillig bzw. aus Armutsgründen für diesen Beruf entscheiden, blüht der Menschenhandel. Eine ausgestiegene Prostituierte berichtete, dass neue Frauen aus Südosteuropa, die mit Putzstellen geködert wurden, wie Ware auf die Clubs verteilt werden. Weigerten sie sich, werden sie zwei, drei Tage in einem Zimmer eingesperrt und mit Gewalt gefügig gemacht und eingeschüchtert.

Der Ausstieg aus der Prostitution ist sehr schwer. Bei deutschen Frauen machen sich bei Bewerbungen fehlende Angaben im Lebenslauf und fehlende Arbeitszeugnisse bemerkbar. Bei ausländischen Frauen besteht unter anderem eine Sprachbarriere, so dass aussteigewillige Frauen nicht wissen, wohin sie sich wenden können. Hinzu kommt die Angst vor den Menschenhändlern, die sich auch in den Heimatländern und -orten der Frauen befinden. Auch gilt die Polizei in ihren südosteuropäischen Heimatländern als korrupt, was die Polizeiarbeit hierzulande sehr erschwert. Die Polizei versucht deshalb, gegen in Deutschland verbotene Zwangsprostitution und gegen die Menschenhändler vorzugehen.

Literatur

Presse (Auswahl):

Siehe auch

Weblinks

Zum allgemeinen Thema Prostitution siehe

Fußnoten

  1. Tagebuch der Fächerstadt 1980, Seite 132