Peter Philipp Blassmann

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Peter Philipp Blassmann (* 5. Juli 1902 in Lenauheim/Rumänien; † 7. Januar 2009 in Karlsruhe) war zum Zeitpunkt seines Todes ältester Bürger von Karlsruhe. Von 1934 bis 1937 war er der letzte frei gewählte Gemeinderichter (Bürgermeister) in Lenauheim.

Leben

Peter Philipp Blassmann wurde als Sohn einer alteingesessenen Bauernfamilie geboren. Nach der sechsjährigen Volksschule besuchte er das Gymnasium in Szeged (heute Ungarn) und schloss dieses 1919 mit dem Abitur ab.

1927 heiratete er seine Frau Katharina geb. Anton. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: Karl, Richard, Erika und Irmgard.

Die Jahre ab 1939 waren gekennzeichnet, durch die ständigen Einberufungen in die rumänische Armee. Von 1942 bis 1944 war er im Osten an der russischen Front, im Kaukasus und auf der Krimhalbinsel in der rumänischen Armee. Ab 1944 bis 1945 gegen Westen in Ungarn und in der Tschechoslowakei. In den Kriegsjahren musste die Ehefrau die Bauernwirtschaft allein führen und vier Kinder versorgen. Im Herbst 1944 flüchtete seine Familie vor der sowjetischen Armee bis nach Österreich, von wo sie nach Kriegsende wieder zurückkehrte.

Peter Philipp Blassmann war bis zuletzt als Oberleutnant im „Kampf für die Befreiung vom Faschismus“ dabei. Als Belohnung bekam er 5 ha Feld aber dann wurde sein geräumiger und modern eingerichteter Wirtschaftshof 1950 enteignet und von der neu gegründeten Kollektivwirtschaft in Besitz genommen. 1951 erfolgte die Verschleppung in die Baragansteppe, die ihn und seine Familie nach Rachitoasa brachten. Diese dauerte fünf Jahre bis 1956. Wieder in der Heimat zurück musste er sich eine neue Arbeitsstelle suchen. Er fand von 1956 bis 1967 abwechselnd eine Anstellung beim Staatsgut in Bogarosch und Grabatz, als Brigadeleiter, von wo er auch im Jahre 1967 mit 65 Jahren in Rente ging.

1978 gelang es ihm und seiner Frau in die Bundesrepublik Deutschland nach Karlsruhe zu seinem Sohn Richard auszuwandern, der hier schon einige Jahre zuvor eine neue Heimat gefunden hatte. Seine anderen drei Kinder zogen später mit Familie nach.

Quelle

Heimatortsgemeinschaft Lenauheim