Zweiter Weltkrieg

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Parade von NSDAP bzw. Wehrmacht vor dem Gebäude der damaligen Reichspost/Hauptpost; Hakenkreuzfahnen an der Gebäudefront; Fackeln und Kränze am Fuß des Leibgrenadierdenkmals

Der Zweite Weltkrieg (1939 bis 1945) in der Region Karlsruhe.

Die Kriegshandlungen endeten am 8. Mai 1945.

Kampfhandlungen

Luftkrieg über Karlsruhe

Alter Bombenkrater im Oberwald

Die schwersten Fliegerangriffe auf Karlsruhe:

1942

3. September 1942
73 Tote und 711 Verwundete. Zerstört werden unter anderem: Landesgewerbeamt, Markgräfliches Palais, Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Christuskirche, Westendstraße (heute Reinhold-Frank-Straße), Körnerstraße und zahlreiche Betriebe im Rheinhafen sowie das dort befindliche städtische Getreidelager.

1944

Die Evangelische Stadtkirche wird 1944 zerstört.

24./25. April 
Wegen eines Gewittersturms bleibt die Innenstadt verschont, weil die Markierung des Zielgebiets („Christbäume“) verweht ist. Dafür treffen die Bomben die Vorstädte, vor allem Rintheim, Hagsfeld, Grötzingen und Berghausen. Das alte Rintheimer Rathaus wird zerstört.
7. Juli 
Das Schloss Gottesau wird von amerikanischen Bomben getroffen und schwer beschädigt
September 
Zwei Drittel des Bestandes der Universitätsbibliothek werden zerstört
27. Oktober 
Das Karlsruher Rathaus wird fast vollständig zerstört
4. Dezember 
In das Gasthaus „Drei Linden“ in Mühlburg schlägt eine Sprengbombe ein und reißt ein Loch in die beiden Luftschutzkeller, viele Menschen sterben
4./5. Dezember 
Die Christuskirche wird stark beschädigt

1945

31. März 1945
An diesem Ostersamstag erleben die verbliebenen Karlsruher den längsten und letzten Luftalarm des Krieges von 6:30 bis nach 19:00 Uhr; insgesamt gibt es 1.032 Alarme in der Stadt und etwa 100 Luftangriffe, bei denen 1.754 Menschen sterben und 3.508 verletzt werden; etwa 25 Prozent aller Gebäude sind total zerstört, darunter sehr viele historische Bauten der Innenstadt.

Bilder von Zerstörungen historischer Gebäude in Karlsruhe

Karlsruher Schloss

Marktplatz mit Rathaus und Stadtkirche

Schloss Gottesaue

Markgräflich-Hochbergsches Palais

Ständehaus und Kirche St. Stephan

Weitere Ereignisse

Weitere Ereignisse während des Zweiten Weltkrieges in der Region Karlsruhe siehe Kategorie:Nationalsozialismus

Kriegsende

Nachwirkungen

Die Not der Heimkehrer. "Helft mir eine Heimat schaffen" steht auf dem abgeschabten Koffer des Russlandheimkehrers, der ohne Heimat, Angehörige und Wohnrecht vorübergehend in einem Flüchtlingslager bei Karlsruhe Aufnahme fand. Jetzt zieht er mit seiner Ziehharmonika von Stadt zu Stadt. Von den Spenden hofft er, sich bald eine Bleibe schaffen zu können.

Besatzung

Kriegsverbrecherprozess

Trümmerbeseitigung

siehe:

Allgemein siehe Nachkriegszeit

Blindgänger

Blindgängersuche in der Ettlinger Straße

Es werden bis in die Gegenwart immer wieder so genannte „Blindgänger“ gefunden. Dabei handelt es sich meistens um Bombenfunde, welche von Alliierten Luftangriffen stammen. Vor größeren Arbeiten im Tiefbau erfolgen immer wieder Untersuchungen der Baugrundstücke, um etwaige nicht explodierte Bomben aufspüren zu können.

Luftschutzkeller und Sammelstellen

Bis heute gibt es an verschiedenen Gebäuden vor allem in der Südstadt Wegweiser zu Luftschutzkellern und Sammelstellen.

Bunker

Neben Luftschutzkellern wurden auch Bunkeranlagen errichtet, die teilweise noch erhalten sind, näheres dazu ist im Artikel Bunker zu finden.

Erinnerung

Gedenktafel am Bruchsaler Bergfried mit Kranz zum 65. Jahrestag der Bombardierung Bruchsals

Den Gefallenen wird alljährlich im November am Volkstrauertag gedacht.

Darüber hinaus gibt es einzelne Gedenkveranstaltungen zu Jahrestagen von Kriegsereignissen (beispielsweise der 65. Jahrestag der Bombardierung Bruchsals am 1. März 1945, siehe Bild) und des Kriegsendes.

Anschauungsstücke aus dem Zweiten Weltkrieg werden im Bunkermuseum Dettenheim gezeigt.

Denkmäler

Gefallenendenkmal für 1914-1918 mit Zusatz „1939-1945“ am Ettlinger Rathausturm

An die Opfer des Krieges: gefallene und vermisste Soldaten sowie im Bombenkrieg getötete Zivilisten, erinnern Gedenktafeln und Denkmale, insbesondere Gefallenendenkmäler.

Auch an einige durch den Krieg zerstörte Bauwerke erinnern Inschriften und Gedenktafeln, so beispielsweise an das zerstörte Amalienschlösschen.

in Karlsruhe...

Gedenksteine der SV Germania: hinten für den 1. Weltkrieg und davor die Tafel für den 2. Weltkrieg
An die Folgen des Krieges: Flucht und Vertreibung erinnert das Vertriebenendenkmal.

...und der Region

Denkmal in Bietigheim
Denkmal auf dem Friedhof Bruchsal: „Ihnen liegt die Krone der Gerechtigkeit bereit“
Denkmal für ausländische Kriegsopfer auf dem Bruchsaler Friedhof
Denkmal in Stettfeld vor der Kirche St. Marcellus
Namensliste am Gedenkkreuz in Kleinsteinbach

Auch in der Umgebung erinnern zahlreiche Denkmäler an den Zweiten Weltkrieg:

(Auswahl)

Kriegsgräber und Soldatenfriedhöfe

Auf vielen Friedhöfen in der Region sind Gefallene und Kriegsopfer bestattet:

In Stutensee befindet sich die Kriegsgräberstätte Schloss Stutensee.

Im benachbarten Elsass befindet sich in Niederbronn-les-Bains ein deutscher Soldatenfriedhof mit Kriegsgräbern von deutschen (sowie bis zu deren Umbettung auch US-amerikanischen) Gefallenen des Zweiten Weltkriegs.

Um die Pflege und Erhaltung von Kriegsgräbern und Soldatenfriedhöfen bemüht sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Kriegsteilnehmer

mit Artikel im Stadtwiki (Auswahl)

  • Heinz Barth (1928–1965) kehrte im Sommer 1945 aus der Kriegsgefangenschaft zurück.
  • Der Maler Karl Brutzer (1894–1964) hatte schon am Ersten Weltkrieg teilgenommen, war 1943/’44 wieder Soldat und verlor im Krieg seine Werke.
  • Der damalige Student Karl Bucher (*1925) musste sein Ingenieursstudium unterbrechen
  • Otto Bührer (1925–2009) wurde in Pisa gefangen genommen und im August 1945 aus englischer Gefangenschaft entlassen.
  • Emil Busch (1899–1974), der bereits am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, landete in amerikanischer Gefangenschaft
  • Der katholische Priester Dr. Alfons Deißler (1914–2005) als Sanitäter in Russland.
  • Der angehende Journalist Hubert Doerrschuck (1910–1999) musste 1943 Soldat werden und war bis 1946 in französischer Kriegsgefangenschaft.
  • Werner Donner (1921–2010) diente als Marinesoldat
  • Heinz Draheim (*1915) war zwischen 1943 und 1947 in Kriegsgefangenschaft.
  • Der Rußheimer Hauptlehrer Friedrich Dürr (1903–1977) kehrte 1946 aus der Kriegsgefangenschaft zurück.
  • Finanzrat Julius Federer (1911–1984); er kehrte im Herbst 1945 nach Freiburg zurück.
  • Der Lehrer August Guggolz (1900–1961) war während des Krieges Soldat, aber auch Lehrer im Militärdienst. Im Kriegsjahr 1941 heiratete er seine zweite Frau Sofie. Im April 1945 geriet er in Gefangenschaft.
  • Generalmajor Paul Haehling v. Lanzenauer (1896–1943) starb 1943 im Lazarett
  • Der Schlesier Albrecht von Hancke (*1924) war von 1941 bis 1946 Soldat bzw. in Kriegsgefangenschaft und verlor im Krieg ein Auge.
  • Arnold Hauck (*1928)
  • Friedrich Wilhelm Hauck (1921–2003) wurde nach dem Abitur 1939 direkt zum Kriegseinsatz an die Westfront einberufen und während des Krieges, in dem er als Flaksoldat verwundet wurde, Offizier.
  • Der Bruchsaler Finanzbeamte Wilhelm Otto Hauck (1923–2002) aus Staffort war als Flaksoldat im Raum Breslau eingesetzt und geriet dort in russische Gefangenschaft.
  • Der Architekt und Direktor der Kunstakademie Karlsruhe Baurat Prof. Otto Haupt (1891–1966), Veteran des Ersten Weltkriegs, wird erneut Soldat
  • Der gebürtige Heidelberger Willi Heinrich (1920–2005) war von 1941 bis 1945 an der Ostfront und verarbeitete diese Zeit nach dem Krieg in seinem Weltkriegsroman „Das geduldige Fleisch”, der unter dem Titel „Steiner – das Eiserne Kreuz” in den USA verfilmt wurde.
  • Der Theologiestudent Anton Heuchemer (1918–2000) geriet 1944 in Gefangenschaft.
  • Josef Kary (1913–2012) leistete Kriegsdienst bei den Gebirgsjägern und kam in Gefangenschaft.
  • Der Waldarbeiter Wilhelm Knobloch (*1924) kam 1942 in die Wehrmacht, erhielt einen Halsdurchschuss und geriet in russische Gefangenschaft.
  • Der Zeichenlehrer Werner Koch (1904–1961) war in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.
  • Der Karlsruher Bariton Helmut Köhler (1912–1989) war Leutnant der Reserve und in Russland sowie bei der Invasion in Südfrankreich eingesetzt.
  • Der Maler und Grafiker Werner Kornhas (1910–1992) heiratete während des Krieges 1942 die Tänzerin und Tanzpädagogin Waltraut Schwab und kehrte 1949 aus der Kriegsgefangenschaft in Karelien (Murmansk) zurück.
  • Der Maler August Kutterer (1898–1954) aus Daxlanden geriet bei Kriegsende in französische Gefangenschaft und kehrte 1946 nach Daxlanden zurück.
  • Der Karlsruher Denkmalpfleger Dr. Emil Lacroix (1905–1965) kehrt 1947 aus der Kriegsgefangenschaft in seine Stellung beim Landesdenkmalamt Karlsruhe zurück
  • Der spätere Künstler Karl Langenstein (1926–2008) machte in der Kriegsgefangenschaft erste grundlegende Erfahrungen mit der Kunst.
  • Der Reichsanwalt Ludwig Martin (1909–2010) aus Bayern leistete von 1939 bis 1945 Kriegsdienst, geriet in Kriegsgefangenschaft und kehrte 1946 aus der Gefangenschaft zurück in seine bayerische Heimat.
  • Der Medizinstudent und Offiziersanwärter Hartmut Maier (1923–2012) war als Feld-Unterarzt an der Westfront
  • Der Diplomkaufmann Dr. Ludwig Friedrich Mayer (1905–1950) aus Staffort wird bei Kriegsbeginn zur Wehrmacht an die Westfront einberufen, wo er als Offizier in britische Gefangenschaft geriet.
  • Der Berufsoffizier und NS-Gegner Günther Mollenhauer (1910–2004) kämpft unter anderem in Stalingrad, in Griechenland und in Afrika, wird mehrfach verwundet und hoch dekoriert. Aus der Kriegsgefangenschaft – erst in britischer, später US-amerikanischer – kann er nicht in seine verlorene Heimat Ostpreußen zurückkehren und „strandet“ daher im Westen.
  • Karl Nickel (1924–2009)
  • Der Berufssoldat Rudolf Odenwald (1909–1959) kehrte nach englischer Gefangenschaft am 30. Juli 1945 in die Heimat zurück.
  • Kurt Oser (1922–2009) geriet 1943 in Afrika in Gefangenschaft und erfuhr im Lager in den USA vom Holocaust.
  • Gerd Pfeiffer (1919–2007), erhielt das Eiserne Kreuz I. Klasse
  • Der Stafforter Landwirt Gustav Wilhelm Raupp junior (1905–1985) war sowohl an der West- als auch Ostfront eingesetzt und kehrte 1947 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück
  • Friedrich Rögelein (1910–1999) macht während des Krieges Karriere und wird als Oberst und Kommandeur des Grenadier-Regiments 109 hoch dekoriert.
  • Otto Roth (1907–1992) meldete sich bei Kriegsbeginnn freiwillig und wurde Offizier. Trotz mehrfacher Verwundung war er bis zum Ende mit dabei.
  • Rudolf Ruf (* 1922) an der Front in Nordafrika und Russland
  • Der damalige Berufssoldat Edmund Schäfer (1914–1983) geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
  • der spätere Pfarrer Oskar Scherrer (1921–1990) war ab Juni 1941 bei der Kriegsmarine und als Marineoffizier bis August 1945 in britischer Kriegsgefangenschaft.
  • der spätere Jurist Kuno Schmitt (1923–2011) war an der Ostfront
  • der erfolgreiche badische Kunstturner Paul Schöps (1922–2009) verlor im Krieg ein Bein
  • Bernd J. Schorn (1925–2010) studierte nach der Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft.
  • Leutnant d.R. Wolfgang Schwartz (1923–2010), erhielt das EK I
  • Unteroffizier Ernst Schorb (1894–1945), Veteran des Ersten Weltkriegs und im Zivilberuf Friseur, wird im August 1943 eingezogen, gerät 1944 in die Mühlen der NS-"Justiz" und stirbt als deren Opfer in der Haft an den Folgen der Haftbedingungen und Schwerstarbeit.
  • Der Künstler Karl Seckinger (1897–1978), auch er Veteran des Ersten Weltkriegs wird 1941 in die Wehrmacht eingezogen und kehrt 1947 aus russischer Kriegsgefangenschaft heim.
  • Dr. Engelbert Strobel (1907–1984) wurde 1940 zur Wehrmacht einberufen umd kehrte erst 1948 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück.
  • Wolfgang Trust (1926–1986) wurde 1943 nach einem sogenannten Notabitur zum Kriegsdienst eingezogen, den er zunächst an der Ostfront, später im Westen ableistete. Bei einem Rückzugsgefecht mit einer US-amerikanischen Einheit wurde er durch einen Hand- und Bauchdurchschuss lebensgefährlich verletzt. Diese Verletzungen, besonders die der rechten Hand, beeinträchtigten ihn zeitlebens.
  • Emil Wachter (1921–2012)
  • Rudolf Walz (1921–2009)
  • Der Journalist Josef Werner (*1914) aus Ettlingen ist bereits seit 1937, also zwei Jahre vor Kriegsbeginn, Soldat und bleibt es bis 1945.

Gefallene und Vermisste

Namen der Gefallenen ...
...und der Vermissten aus Neuthard

Im Zweiten Weltkrieg fielen 103 Soldaten aus Linkenheim, 68 wurden vermisst oder starben in Gefangenschaft. Aus Hochstetten fielen 47 Soldaten und 20 wurden vermisst. In Unteröwisheim forderte der Krieg einschließlich Frauen 197 Menschenleben.

Einzelne Gefallene bzw. Vermisste mit Artikel oder Straßenname im Stadtwiki:

  • Der Spöcker Ortschronist Hauptlehrer Artur Hauer (1891–1944) fiel 1944 in Straßburg;
  • der Keramiker und Künstler Gustav Heinkel, ein gebürtiger Karlsruher (*1907) ist seit Januar 1945 in Polen vermisst;
  • der deutsche Fußballnationalspieler August Klingler (1918–1944) aus Bietigheim fiel 1944 an der Ostfront;
  • Der Stafforter Modezeichner Friedrich August Seitz (1902–1944) wurde bei einer Dienstfahrt während eines Fliegerangriffs auf den von ihm benutzten Zug tödlich getroffen und in der Nähe von Belgrad auf einem Soldatenfriedhof beigesetzt.
  • Der gebürtige Karlsruher und Veteran des Ersten Weltkrieges (1914–1918) Oberleutnant Anton Trapp (1898–1943) fiel im Februar 1943.
  • der Karlsruher Politiker Friedrich Weick (1905–1945) aus Daxlanden fiel 1945 als Angehöriger des Strafbataillon 999 auf Rhodos; seit 1991 erinnert die Friedrich-Weick-Straße an ihn und seit 2008 ein Stolperstein vor dem Haus Turnerstraße 41.

Zerstörte Bauten

Im Zweiten Weltkrieg beschädigte (ausgebrannte) oder vollständig zerstörte Bauwerke, die nicht wiederaufgebaut wurden:

(Auswahl)

Literatur

Belletristik:

  • Die tödlichen Tage, Roman von Werner Walz, 1955 (die Handlung spielt während des Zweiten Weltkriegs)

Siehe auch

Weblinks