Lohfeldsiedlung

Aus dem Stadtwiki Karlsruhe:
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Siedlung aus Richtung der Ludwig-Erhard-Allee

Die Lohfeldsiedlung ist ein Wohngebiet in der Karlsruher Oststadt. Es besteht aus der Lohfeldstraße und der Hennebergstraße und liegt zwischen neuer Kriegsstraße und Gottesauer Straße.

Bilder

Geschichte

Die Lohfeldsiedlung wurde zu Beginn der Weimarer Republik als Wohnquartier für kinderreiche Familien errichtet. Unter der Leitung des Architekturbüros Pfeifer & Grossmann werden auf dem Domänengelände in Erbbaupacht 78 Kleinstwohnhäuser in einfachem Standard mit Selbstversorgergärten gebaut. In einem Dokument aus dem Jahre 1921 findet sich erstmals der Name „Lohfeldsiedlung”, zuvor hieß das Wohngebiet „Siedlung Gottesaue” oder „Oststadtsiedlung”. Die wirtschaftliche Not Ende der 1920er Jahre zwingt viele Familien, Zimmer unterzuvermieten. Die Siedlung bekommt einen zweifelhaften Ruf. Im Zweiten Weltkrieg werden 40 Prozent der Häuser durch Fliegerangriffe zerstört. Nach 1947 bauen die Bewohner beschädigte Gebäude in Eigeninitiative wieder auf. Als Anfang der 90er Jahre ein Städtebaulicher Ideenwettbewerb für díe Entwicklung im Südosten Karlsruhes ausgeschrieben wurde, entstand der Plan, die Lohfeldsiedlung abzureißen. Der Entwurf soll die Grundlage für den Rahmenplan Karlsruhe Südost darstellen. Es wird eine rigide Flächensanierung und der komplette Abriss vorgesehen. 1994 gründen die Bewohner der Lohfeldsiedlung eine Bürgerinitiative und sammeln Unterschriften für die Zukunft ihrer Siedlung. 2001 informiert die Volkswohnung GmbH die Öffentlichkeit über den geplanten Abriss der Siedlung. 2002 werden in einem von der Stadt Karlsruhe organisierten Planerworkshop Ideen für den Erhalt der Lohfeldsiedlung erarbeitet. Daran anschließend äußert sich der Gemeinderat für den Teilerhalt der Siedlung. Aus der Bürgerinitiative geht der gemeinnützige „Verein zum Erhalt der Lohfeldsiedlung e.V.” hervor. 2003 konstituiert sich eine Käufergemeinschaft, die Verhandlungen mit der Volkswohnung aufnimmt. 2004 geht die Siedlung für eine Summe von 4,2 Mio EUR an die Käufergemeinschaft über. Seither werden die Häuser von Grund auf renoviert.

Auszeichnungen

Das Projekt „Erhalt und Sanierung der Lohfeldsiedlung in Karlsruhe durch ihre Bewohner“ wurde beim Wettbewerb „Stadt bauen. Stadt erleben“ des Bundesbauministeriums in der Kategorie „Engagiert für die Stadt – Zivilgesellschaft und private Initiative“ mit einem „nationalen Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur“ ausgezeichnet.

Name

Die Siedlung wurde nach dem Flurnamen „Lohfeld” bezeichnet. Der Wortbestandteil „Loh-” (Hain, lichtes Gehölz) und der Bestandteil „-feld” deuten darauf, dass es sich um keinen dichten Wald, sondern eher um eine Waldlichtung mit niederem Graswuchs gehandelt haben muss. Siehe auch Lohe.

Weblinks

Offizielle Webpräsenz „Lohfeldsiedlung“