Kombilösung Bauchronik Kriegsstraße

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Die Baustellenbereiche

Die Kombilösung Bauchronik Kriegsstraße dokumentiert in Wort und Bild die bauliche Entstehungsgeschichte des durchgängigen Autotunnels am Südrand der Karlsruher Innenstadt in der Kriegsstraße zwischen Karlstor im Westen und Mendelssohnplatz im Osten. Der Tunnel entsteht als Teilmaßnahme der Kombilösung.

Ausgangslage

Die Einmündung der Kapellenstraße in die Kriegsstraße vor dem Umbau als Teilpanorama, Februar 2014

Die Kriegsstraße erfüllt eine wichtige Verbindungsfunktion für den Individualverkehr in Ost-West. Sie ist auch Teil der B10 und verfügt teilweise über acht parallele Fahrspuren.

Für eine schnelle Durchquerung wurde sie in den 1960er Jahre umgebaut und zwei Unterführungen geschaffen: eine liegt am Karlstor und eine am Ettlinger Tor.

Jahr 2014

Die Ausschreibungen für die verschiedenen Arbeiten am Kriegsstraßentunnel sollen im Frühjahr 2014 abgeschlossen sein.

Mendelssohnplatz

Bau einer Ausweichstrecke auf dem Mittelstreifen Anfang April 2014
Die Ausgangslage Ende 2013 an der Einmündung der Kapellenstraße in die Ludwig-Erhard-Allee

Ab dem 7. Januar begannen die Vorarbeiten entlang des betroffenen Bereichs auf der Kriegsstraße. Die ersten drei Schwerpunkte bilden die Bereiche östlich der Ritterstraße, am Ettlinger-Tor-Platz und am Mendelssohnplatz. Zur Vorbereitung des späteren Baubereichs werden Leitungen und Rohre verlegt. Auch die erst 1998 gepflanzten 100 Linden in vier Reihen im westlichen Bereich der Ludwig-Erhard-Allee müssen gefällt werden. Die restlichen 300 im mittleren und östlichen Bereich der Allee werden erhalten bleiben.

Das südliche Ende der Kapellenstraße, welches bislang in einem spitzen Winkel in die Kriegsstraße mündete, wird „aufgerichtet“. Das bedeutet, dass sie zukünftig rechtwinklig in die Allee münden wird, die an dieser Stelle eine leichte Kurve in westliche Richtung beschreibt, siehe auch den Gesamtlageplan im nachfolgenden Abschnitt Weblinks. Auch die vorhandenen Straßenbahnschienen werden entsprechend verlegt werden.

Ettlinger Tor

Mitte Januar erfolgt die Sperrung des nach Süden führenden Abschnitts der Ettlinger Straße ab der Kriegsstraße. Die Sperrung wird bis zum Jahresende andauern. Für den nach Norden in die Innenstadt führenden Verkehr bleibt die Straße zugänglich.

Ab der Jahresmitte wird die Unterführung am Ettlinger Tor für den Autoverkehr gesperrt. Dies wird nötig, weil dort auch die Tunnelbauarbeiten für die U-Strab laufen werden. Der Verkehr wird in diesem Gebiet U-förmig oberirdisch südlich um den Baustellenbereich geführt werden. In diesem Bereich wird der neue Autotunnel oberhalb des U-Strab-Tunnels verlaufen. Diese Bauarbeiten sind mit rund zwei Jahren veranschlagt.

Bilder

Jahr 2015

Ab 2015 werden die Rampenbauarbeiten am westlichen Beginn der Ludwig-Erhard-Allee und am Mendelssohnplatz beginnen. Zuvor ist eine Verengung und Verschwenkung der jeweils zweispurigen Fahrbahnen notwendig. Die Bauarbeiten für die Rampen werden im nördlichen Bereich starten und nach einigen Monaten in den südlichen Bereich wechseln. Eine Unterbrechung der wichtigen Verkehrsverbindung ist nicht vorgesehen.

Jahr 2016

Der Bereich am Karlstor bleibt bis zum Jahr 2016 von größeren Baumaßnahmen ausgenommen. Darüber führt auch ein Teil des Straßenbahnverkehrs im Westen sowie im Osten über die Rüppurrer Straße, weil die Ettlinger Straße für den Straßenbahnverkehr für die Dauer der Bauarbeiten gesperrt ist.

Abluftkamin am Karlstor

Die derzeitige Planung sieht am nordöstlichen Bereich des Karlstors rechts neben der Herrenstraße die Errichtung eines 20 Meter hohen Abluftkamins vor. Dieser ist nötig, um die entstehenden Abgase im Autotunnel abzusaugen und an die Luft abgeben zu können. Obwohl die Errichtung des Kamins schon im Jahr 2005 auf dem Gesamtlageplan der Kriegsstraße verzeichnet ist und ein Bebauungsplan vom Gemeinderat im Jahr 2008 mit großer Mehrheit verabschiedet worden war, bildete sich erst im Herbst 2013 in der Bürgerschaft Widerstand gegen diese Lösung. Die Thematik wurde im städtischen Kultur- und Planungsausschuss offenbar, als es dort darum gehen sollte, wie der Kamin am Standort optisch am besten umgesetzt werden sollte. Kritiker dieser Planung bemängeln, dass die Kaminanlage das Erscheinungsbild des Bereichs negativ verändert. Die Herrenstraße ist Teil des Karlsruher Fächers, die den direkten Blick auf das Karlsruher Schloss ermöglicht. Östlich davon liegt das ehemalige Erbgroßherzogliche Palais, in dem sich inzwischen Teile des Bundesgerichtshofs befinden.

Am 17. Dezember 2013 erschien in den BNN ein Bericht über einen fünfseitigen offenen Brief des Präsidenten des Bundesgerichtshofs, Klaus Tolksdorf, an Oberbürgermeister Frank Mentrup. Im Interesse des Gerichts und aus Eigeninteresse der Stadt sollen die Planungen zum Abluftkamin eingestellt werden. Neben der Größe des Kamins, fünf Meter Durchmesser bei einer Höhe von 20 Metern, passe dieser nicht in das Erscheinungsbild des Platzes. Zudem besteht die Sorge, dass die darin konzentrierten Abgase ungefiltert und zu einem Großteil auf dem Bereich des Gerichts niedergehen könnten. Darüber hinaus vermisst Tolksdorf den nötigen Respekt dem Bundesgerichtshof gegenüber. Ihm wäre im Ausland auch kein oberstes Gericht bekannt, „dessen Visitenkarte ein Abluftschlot ziert“.

Der Gemeinderat sprach sich am 17. Dezember 2013 in seiner Sitzung gegen die Umsetzung des Kamins aus. Da er aber für den Betrieb des Tunnels in seiner bislang geplanten Form unerlässlich ist, hofft der Gemeinderat nun, dass Ingenieure auch mit Unterstützung durch das KIT eine alternative Problemlösung finden können. Diese soll im Februar 2014 dem Gemeinderat vorgelegt werden. Würde auf den Kamin verzichtet werden, müsste die Belüftungstechnik des Tunnels neu konzipiert werden. Hierzu wäre allerdings die Änderung des Bebauungsplans erforderlich, was zu Verzögerungen beim Straßentunnelbau führen würde. Diese neuerlichen Verzögerungen sollen unbedingt vermieden werden.

Am 21. März 2014 gab OB Mentrup bekannt, dass der geplante Kamin vorerst nicht gebaut werden wird. Weil die per Modellrechnung ermittelte Stickoxidbelastung nur geringfügig die Grenzwerte überschreiten würde, ist nicht sicher, ob tatsächlich ein Bedarf für einen Kamin besteht. Deshalb wird vor und nach Fertigstellung des Autotunnels die Belastung gemessen. Als weitere Möglichkeit zur Stickoxidreduktion könnte der fotokatalytische Abbau mittels Titandioxid umgesetzt werden. Das Titandioxid würde auf die Tunnelwände aufgebracht werden. In der Rheinhold-Frank-Straße wird die KASIG hierzu einen Großversuch starten. Sollte doch die Notwendigkeit eines Abluftturms bestehen, soll dieser nicht als 20 Meter hoher massiver Turm realisiert werden, sondern in Form von drei Prismen. Diese haben jeweils drei Meter lange Dreieckseiten und würden über nicht durchsichtige Glasflächen verfügen. Es handelt sich dabei um einen Entwurf von „PIA-Architekten mit Andrew Holmes“.

Einhaltung des Zeitplans

Ende 2013 wurde davon ausgegangen, dass der Bau des Autotunnels bis mindestens zum Jahr 2019 dauern soll.

Über die Kriegsstraße führen zwischen Karlstor und Ettlinger-Tor-Platz zwei Fußgängerbrücken. Eine davon sollte 2014, die andere 2015 abgebrochen werden. Anfang 2017 stehen sie noch. Als Kompensation soll eine ebenerdige provisorische Überquerungsmöglichkeit eingerichtet werden. Die dauerhaften Übergänge werden erst angelegt, wenn der Umbau beendet wurde.

Weblinks


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