Karoline Luise von Wangen

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Karoline Luise von Wangen (* 26. Mai 1710; † 26. Mai 1758) war ein „natürliches Kind“[1] von Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach und Eberhardine Luise von und zu Massenbach.

Leben

Zunächst wohnte sie zusammen mit ihrer Mutter in einem Haus am Blumentor in Durlach. Es lag nur unweit von der Karlsburg entfernt und gehörte Haushofmeister von Tessin und befand sich neben dem Gasthaus „Blume“.

Im Alter von neun Jahren wurde sie 1719 gemäß der üblichen Erziehung im Hause Baden-Durlach nach Lausanne gebracht. Dort sollte sie Französisch lernen. Nach anfänglichem Lob klagte die Leiterin des Internats über schlechtes Betragen und Aufsässigkeit. Deshalb wurde sie im April 1722 wieder aus dem Internat genommen und einer Basler Familie zur Pflege übergeben. Da auch die Familie mit der Erziehung überfordert war, befahl Karl Wilhelm am 5. Oktober 1722 dem Landvogt von Lörrach, Johann Friedrich von Vasold, das Mädchen zusammen mit der Gouvernante nach Lörrach zu holen. Bei Fürst Friedrich Wilhelm von Hohenzollern-Hechingen kam sie schließlich unter, weil seine Frau sich ihrer erbarmte und zusammen mit ihren eigenen zwei Kindern aufzog.

Im April 1725 wurde die 15-jährige plötzlich zur Familie des Generals von Schilling nach Talheim in Württemberg gebracht. Da Karoline Luise mit der ihr unverständlichen Veränderung überhaupt nicht einverstanden war, begehrte sie gegen die Familie auf. Dabei ahnte sie noch nicht, dass sie den 31-jährigen Sohn Wilhelm Friedrich heiraten sollte. Dies war bereits von Karl Wilhelm zusammen mit dem Vater des zukünftigen Bräutigams Ludwig Friedrich Schilling von Canstatt, einer der Ordensritter des Hausordens der Treue, so vereinbart worden. Karoline Luise wurde dabei nicht gefragt und hatte sich wie die meisten Frauen ihrer Zeit in ihr Schicksal zu fügen.

Am 16. September 1725 erfolgte um 19 Uhr in der festlich geschmückten Hofkapelle des Karlsruher Schlosses die Hochzeit mit Obervogt Wilhelm Friedrich Schilling von Canstatt. Der Oberhofprediger Franz Rudolf Krüger nahm die Hochzeit vor. Die Hochzeitsgesellschaft speiste in der Orangerie und tanzte bis am nächsten Morgen um drei Uhr. Als weiterer Höhepunkt wurde dem Bruder von Wilhelm Friedrich, Karl Friedrich, ebenfalls der Orden der Treue durch Karl Wilhelm verliehen.

Am 23. September 1726 brachte die 16-jährige den Sohn Karl Friedrich Wilhelm zur Welt. Er wurde vom Oberhofprediger Krüger getauft. Als Pate traten Erbprinz Friedrich und Prinz Karl August auf, der älteste Sohn von Christoph von Baden-Durlach. Karl Wilhelm schenkte dem Sohn einen verzinslichen Anteilsschein an der Pforzheimer Tuchfabrik im Wert von 1.000 Gulden.

Nachdem ihr Mann am 21. Januar 1743 verstorben und neben Karl Wilhelm in der Gruft der Konkordienkirche bestattet worden war, heiratete sie am 10. März 1747 ein zweites Mal den jüngeren Pfarrer Friedrich Christoph Wenkebach (1717–1765). Dadurch verlor sie den Besitz von Hohenwettersbach. Sie verließ ihre bis dahin sieben Kinder in Karlsruhe und zog mit ihrem Mann nach Feldberg im Oberland. Dort schenkte sie weiteren zwei Kindern das Leben und starb in Armut an ihrem 48. Geburtstag.

Fußnoten

  1. Als natürliche Kinder wurden die unehelichen Kinder von Fürsten bezeichnet