Karl Julius Späth

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Karl Julius Späth

Karl Julius Späth (* 12. April 1838 in Steinmauern; † 2. April 1919 in Steinmauern) gilt als Poet, Tüftler und Genie; er wurde durch den Bau seiner astronomischen Uhr bekannt.

Leben

Karl Julius Späth lernte früh das Handwerk des Webers; autodidaktisch brachte er sich das Handwerk des Uhrmachers bei und verdiente sich so nebenher ein Zubrot. Als der Hanfanbau zurückgeht, wird das Handwerk des Webers immer unrentabler, schließlich gibt Karl Julius Späth das Handwerk des Webers auf und beschäftigt sich ausschließlich mit der Uhrmacherei.

Im Jahre 1868 vollendete er seine erste astronomische Uhr, bevor er sich zehn Jahre später an sein großes Lebenswerk wagt. Bis 1884 sitzt er über den Konstruktionszeichnungen und Plänen bis die Uhr fertig geplant ist und er seine Pläne veröffentlichen kann. Kaiser Wilhelm I. ist von den Konstruktionsplänen so begeistert, dass er ihm „in allerhöchster Anerkennung“ zur Ausführung seiner Pläne 300 Mark zukommen lässt. Karl Julius kauft sich von dem Geld Werkzeug und Material und macht sich an die Umsetzung seiner Konstruktionen. Neunzehn Jahre baut Karl Julius an der Uhr, bis sie schließlich am 21. Mai 1898 fertig ist. Aufgrund der Einmaligkeit der Uhr wird sie oft mit der astronomischen Uhr im Straßburger Münster verglichen. Glaubt man den Aufzeichnungen des Erfinders, so kamen 45.000 Besucher um die Uhr zu bestaunen.

Der Heimatschriftsteller Dr. Heinrich Hansjakob schrieb einst über ihn:

„Der einzige, wahrhaftige und echte Geniemensch von Gottes Gnaden, den ich im Leben kennen gelernt habe.“

Seine Frau hingegen war dem Ganzen nicht so zugetan, sie verleumdete ihren Mann schwer und stellte seinen Geisteszustand in Frage. In der Folge kam Karl Julius Späth in psychiatrische Behandlung in Heidelberg und Illenau. Zwar stellte man schnell fest, dass er nur verleumdet wurde und entlässt ihn wieder, doch bleibt sein Ruf zeitlebens ruiniert.

Astronomische Uhr

Im Flößermuseum in Steinmauern weiß man zu berichten, dass seine Frau ein Verhältnis mit mehreren führenden Persönlichkeiten des Dorfes hatte. Als sie befürchten musste, dass ihr Mann sich von ihr scheiden lässt, suchte sie einen Ausweg aus der drohenden Mittellosigkeit. Man riet ihr, ihren Mann als brutal und verrückt hinzustellen, um so an sein Geld zu gelangen. Gesagt, getan und mit der Unterstützung ihrer Liebhaber auch amtlicherseits bescheinigt. Schnell merkte sie jedoch, dass sie ohne den Ernährer sehr schnell verarmt und hat ihre Vorwürfe zurückgenommen.

Karl Julius Späth schrieb in den Konstruktionsplänen selbst über sein Werk:

„Alle Teile meines Werkes sind gebaut zur größten Zier. Was des Meisters Hand vermochte, opfert´ Fleiß und Liebe mir!“

Wirken

Die über zwei Meter hohe astronomische Uhr kann heute im Heimatmuseum in Rastatt betrachtet werden.

Ehrungen

Literatur

  • Werner Natterer: Uhrmacher Karl Julius Späth aus Steinmauern, in: Heimatbuch Landkreis Rastatt, 6. (1979), Seiten 141 – 145
  • Martin Walter: Karl Julius Späth – ein verkanntes Genie?, in: Heimatbuch Landkreis Rastatt, 44. (2005), Seiten 99 – 108
  • Gottfried Zurbrügg: Eine Uhr für die Ewigkeit: Carl Julius Späth, Uhrmacher und Genie (Roman), Gernsbach 2006, ISBN 3-938047-12-7 und ISBN 978-3-938047-12-5

Weblinks