Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft

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Die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH (KASIG) ist 100%iges Tochterunternehmen der Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH (KVVH), die sich wiederum zu 100% im Eigentum der Stadt Karlsruhe befindet. Die KASIG wurde im Mai 2003 gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben

Die KASIG ist insbesondere für die Planung, den Bau und die finanzielle Abwicklung der Kombi-Lösung und den späteren Betrieb der geschaffenen Schieneninfrastruktur zuständig.

Geschäftsführung

Geschäftsführer: Dr. Walter Casazza

Prokurist: Dipl.-Ing. Gerhard Schönbeck

Aufsichtsrat: Aufsichtsratsvorsitzender ist Erster Bürgermeister Siegfried König (CDU). Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind 13 Vertreter(innen) der Fraktionen:

  • Stadtrat Manfred Bilger (CDU)
  • Stadtrat Wolfram Jäger (CDU)
  • Stadträtin Gabriele Luczak-Schwarz (CDU)
  • Stadtrat Günter Rüssel (CDU)
  • Stadtrat Bernhard Weick (CDU)
  • Stadträtin Doris Baitinger (SPD/GRÜNE)
  • Stadträtin Angela Geiger (SPD/GRÜNE)
  • Stadtrat Michael Zeh (SPD/GRÜNE)
  • Harry Block (SPD/GRÜNE)
  • Stadträtin Bettina Lisbach (SPD/GRÜNE)
  • Stadtrat Tim Wirth (SPD/GRÜNE)
  • Stadtrat Michael Obert (FDP/Aufbruch/KAL)
  • Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (FDP/Aufbruch/KAL)

Adresse

Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH
Erbprinzenstraße 4 - 12, Eingang A
76133 Karlsruhe
kasig@karlsruhe.de
Telefon: (07 21) 1 33 - 55 91
Telefax: (07 21) 1 33 - 55 99

Weblinks

Hinweis!

Der nachfolgende Text wurde Ende Februar 2005 vom Benutzer:KASIG hier eingestellt und ist die Kopie des damaligen Inhalts ihrer Webpräsenz http://www.kasig.info/ allerdings ohne Bilder und Formatierung etc. Mittlerweile hat sich deren Webseite in einigen Punkten weiterentwickelt, u.a. auch mit Plänen etc., die hier fehlen. Möge jeder selbst entscheiden, ob er die Kopie hier oder das aktuelle Original http://www.kasig.info/ liest :-)

Verkehrsprojekt Kombi-Lösung Karlsruhe

Die Zahl der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr in Karlsruhe steigt ständig. Inzwischen werden jährlich 100 Millionen Fahrten mit den Bahnen und Bussen der Verkehrsbetriebe Karlsruhe durchgeführt, 50 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Daher müssen immer mehr und immer längere Züge eingesetzt werden. Vor allem in der Innenstadt wird der Bahnverkehr immer dichter, vor den Haltestellen stauen sich zeitweise mehrere Bahnen. Die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone nimmt ab. Die Karlsruher Bevölkerung hat sich für die Kombi-Lösung entschieden. Unter der Kaiserstraße soll ein Tunnel gebaut werden. Die Kriegsstraße soll umgestaltet werden, um den öffentlichen und individuellen Verkehr leistungsfähiger zu machen. Mit dem Bau eines Stadtbahntunnels unter der Kaiserstraße mit Südabzweig können die Fußgängerzone und der Marktplatz als Herz der City schienenfrei gestaltet werden. Die Bahnen fahren unten, oben können die Fußgänger unbeschwert flanieren. Der Bahnverkehr wird beschleunigt, die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone steigt. Die Kriegsstraße wird zu einem großstädtischen Boulevard umgestaltet. Der Durchgangsverkehr kommt nach unten. Das schafft Platz für mehr Grün und eine oberirdische Straßenbahntrasse. Die Kapazität des Schienenverkehrs wächst, die Südentwicklung der City wird gefördert. Die Umsetzung der Kombi-Lösung ist das städtebauliche Leitprojekt für die Karlsruher City. Die KASIG wurde gegründet, um dieses Projekt bis zum 300. Stadtgeburtstag im Jahre 2015 zu realisieren.

Das Projekt

In einem Bürgerentscheid haben sich 2002 die Karlsruher Bürgerinnen und Bürger für die so genannte Kombi-Lösung entschieden. Mit dem Bau eines Stadtbahntunnels und der Umgestaltung der Kriegsstraße sollen positive Impulse für die Entwicklung der Karlsruher Innenstadt und des öffentlichen Personennahverkehrs gesetzt werden. Die KASIG wurde gegründet, um die Kombi-Lösung zu realisieren.

Ausgangslage

Der öffentliche Nahverkehr hat sich in Karlsruhe in den letzten Jahren stürmisch entwickelt. Aufgrund des stetigen Ausbaus des Straßen- und Stadtbahnnetzes, der Modernisierung des Wagenparks, der Verdichtung des Fahrplans und der Einführung innovativer Tarifangebote sind die Fahrgastzahlen in Karlsruhe kontinuierlich gestiegen. Mitte der 1980-er Jahren beförderten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe noch 55 Millionen Fahrgäste pro Jahr. 1990 wurden fast 70 Millionen Fahrten durchgeführt, 1995 bereits 76 Millionen und im Jahr 2003 rund 100 Millionen. Innerhalb von zwei Jahrzehnten ist damit das Fahrgastaufkommen in Karlsruhe um über 80 Prozent gestiegen. Nicht mitgewachsen ist allerdings die Schieneninfrastuktur in der Innenstadt. Die Bahnen fahren im Grunde auf denselben Trassen wie vor 100 Jahren. In der Kaiserstraße fahren abschnittsweise bis zu acht Straßen- und Stadtbahnlinien. Im Schnitt fährt in den Hauptverkehrszeiten jede Minute eine Bahn pro Richtung durch die Kaiserstraße, die Haupteinkaufsstraße der Fächerstadt. Zudem wurden die Bahnen aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens länger und breiter. Ein Zugverband mit zwei Stadtbahnwagen hat eine Länge von 75 Meter und eine Breite von 2,65 Meter. Bis zu 500 Fahrgäste werden in einem einzigen Stadtbahnzug befördert. Aufgrund der dichten Zugfolge behindern sich die Bahnen in der Kaiserstraße oft gegenseitig, die Wartezeiten vor den Haltestellen und den Signalanlagen werden immer länger. Ein Wachstum ist nicht mehr möglich. Zusätzliche oder längere Bahnen kann die Kaiserstraße nicht verkraften. Durch den dichten Bahnverkehr hat auch die Aufenthaltsqualität in der Kaiserstraße stark gelitten. Von einer Fußgängerzone kann nicht die Rede sein. Die Kritik der Bürger und Besucher wächst. Daher überlegen sich die Stadtplaner und Kommunalpolitiker seit Jahren, wie man die Situation in der Karlsruher City verbessern könnte. Ziel ist, die städtebauliche Qualität zu verbessern, ohne die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem umweltfreundlichen Nahverkehr zu verschlechtern. Erste Überlegungen zur Untertunnelung der Kaiserstraße gab es bereits in den 1970-er Jahren. Anfang der 1990-er Jahre hatte der Karlsruher Gemeinderat den Bau eines Stadtbahntunnels unter der Kaiserstraße beschlossen. Die damaligen Pläne wurden allerdings 1996 in einem Bürgerentscheid verworfen. Anschließend wurden zahlreiche oberirdische Alternative untersucht, sie stellten sich aber entweder als technisch nicht realisierbar oder wegen fehlender Zuschussfähigkeit als nicht finanzierbar heraus. Ein vom Gemeinderat eingesetzter Arbeitskreis aus Stadtplaner, Verkehrsexperten und Kommunalpolitikern hat daher 2001 erneut eine Tunnellösung vorgeschlagen. In einem umfangreichen Bürgerbeteiligungsprojekt unter dem Titel "City2015" haben sich im Jahr 2002 über 800 Bürger mit der Zukunft der Karlsruher Innenstadt beschäftigt. Nach der Bürgerbeteiligung hat der Karlsruher Gemeinderat am 23. Juli 2002 die so genannte Kombi-Lösung verabschiedet und beschlossen, darüber einen Bürgerentschied durchzuführen. Am 22. September 2002 hat die Karlsruher Bürgerschaft der Kombi-Lösung zugestimmt, die neben der unterirdische Führung des Schienenverkehrs in der Kaiserstraße mit einem Südabzweig am Marktplatz auch den Umbau der Kriegsstraße mit einem Straßentunnel und dem Bau einer oberirdischen Bahntrasse vorsieht. Mit dieser Lösung können folgende verkehrliche und städtebauliche Ziele erreicht werden:

  • Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs durch unabhängige Trassen
  • Erhöhung der Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehrs durch zusätzliche Trassen
  • Verbesserung des Verkehrsflusses für den öffentlichen und individuellen Verkehr durch Trennung der Verkehrsarten
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität und städtebauliche Aufwertung der Fußgängerzone
  • Förderung der Südentwicklung der Karlsruher City

Im Tunnel fährt die Bahn schneller und unabhängig von den Fußgängern, außerdem fallen zeitraubende Kreuzungen mit dem Individualverkehr weg. Der Bahnverkehr wird damit wesentlich beschleunigt. An der Oberfläche kann der Straßenraum umgestaltet werden. Sowohl der historische Marktplatz als auch die "Einkaufsmeile" Kaiserstraße werden schienenfrei und stehen nur noch den Fußgängern zur Verfügung. Der Querschnitt der Kriegsstraße wird neu geordnet. Die durchfahrenden Autos fahren künftig in einem Tunnel. Dann ist oben Platz für mehr Grün und ein Rasengleis für die Straßenbahn in der Mitte. Mit der zusätzlichen Bahntrasse wird die Kapazität des Schienenverkehrs in der Innenstadt erhöht. Mit der Umsetzung der Kombi-Lösung wurde die neu gegründete Karlsruher Schienen-Infrastruktur-Gesellschaft mbH (KASIG) beauftragt.

Bürgerentscheid

Am 22. September 2002 hat sich die Karlsruher Bevölkerung in einem Bürgerentscheid mit 55,55 % bei einer Wahlbeteiligung von 74,03 % für die so genannte Kombi-Lösung ausgesprochen. Die Frage lautete: Sind Sie zur Entlastung der Kaiserstraße und Umgestaltung der Karlsruher Innenstadt für die Umsetzung der "Kombi-Lösung", die aus folgenden Maßnahmen besteht:

  • Unterirdische Führung des Schienenverkehrs in der Kaiserstraße mit einem unterirdischen Südabzweig am Marktplatz
  • Schienenfreie Fußgängerzone zwischen Europaplatz und Kronenplatz sowie
  • Umbau der Kriegsstraße mit einem Straßentunnel und oberirdischen Straßenbahnlinien

Das amtliche Ergebnis des Bürgerentscheides:

  • Wahlberechtigte 202.391, Wähler 149.825, Wahlbeteiligung 74,03 %
  • Gültige Stimmen 148.468, Ungültige Stimmen 1.357
  • Ja-Stimmen 82.475 Stimmenanteil 55,55 %, Nein-Stimmen 65.993, Stimmenanteil 44,45 %

Kombi-Lösung

Die Kombi-Lösung besteht aus den Teilprojekten Stadtbahntunnel Kaiserstraße mit Südabzweig und Straßenbahn Kriegsstraße mit Straßentunnel sowie folgenden wesentlichen Maßnahmen:

  • Unterirdische Führung des Schienenverkehrs in der Kaiserstraße vom Mühlburger Tor bis zum Durlacher Tor unter Beibehaltung der oberirdischen Trassenführung in den Streckenabschnitten Mühlburger Tor bis Europaplatz und Durlacher Tor bis Berliner Platz
  • Erhaltung der oberirdischen Abbiegebeziehungen nach Süden im Bereich Berliner Platz und Europaplatz
  • Unterirdischer Südabzweig am Marktplatz bis zur Augartenstraße
  • Schienenfreie Fußgängerzone in der Kaiserstraße zwischen Kronenplatz und Europaplatz sowie auf dem Marktplatz
  • Oberirdische Führung einer Schienentrasse in der Kriegsstraße zwischen Kapellenstraße und Karlstor
  • Ober- und unterirdische Führung des Straßenverkehrs in diesem Streckenabschnitt

Terminplan

  • 09/2002 Bürgerentscheid über die Kombi-Lösung
  • ab 10/2002 Voruntersuchungen
  • Mai 2003 Gründung der KASIG (Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft mbH)
  • Ende 2004 Ergebnis der Standardisierten Bewertung und Antrag auf Zuschüsse nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz (GVFG)
  • Frühjahr 2005 Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Stadtbahntunnel und Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Straßenbahn in der Kriegsstraße"
  • 2006 Planfeststellungsbeschluss bzw. Satzungsbeschluss Bebauungsplan und Erlangung des Baurechts

Stadtbahntunnel

Der geplante Stadtbahntunnel besteht aus einem Ost-West-Tunnel in der Kaiserstraße zwischen Durlacher und Mühlburger Tor und einem Südabzweig am Marktplatz, entlang der Ettlinger Straße bis zur Augartenstraße.

Tunnelstrecken

Der Stadtbahntunnel besteht aus einem Ost-West-Tunnel unter der Kaiserstraße mit einem Südabzweig am Marktplatz. Der Ost-West-Tunnel beginnt mit einer Rampe westlich des Mühlburger Tores und endet mit einer Rampe östlich des Durlacher Tores. Der Südabzweig schließt am Marktplatz an den Tunnel der Kaiserstraße an, verläuft unter der Karl-Friedrich-Straße bzw. Ettlinger Straße und endet im Süden mit einer Rampe bei der Augartenstraße. Bei dem geplanten Tunnel handelt es sich um eine Röhre, in die zwei Gleise verlegt werden. Die Gleistrasse im Stadtbahntunnel wird durch eine zusätzliche oberirdische Strecke in der Kriegsstraße ergänzt, um zusätzliche Kapazitäten für weiteres Wachstum im ÖPNV zu schaffen. Mit der Kombi-Lösung kann eine reine Fußgängerzone in der Kaiserstraße zwischen Europaplatz und Kronenplatz geschaffen werden. Auch der Marktplatz und die Karl-Friedrich-Straße werden schienenfrei.

Haltestellen

Im Ost-West-Abschnitt gibt es vier unterirdische Haltestellen: Europaplatz, Lammstraße, Kronenplatz und Durlacher Tor. Im Bereich des Südabzweiges sind drei unterirdische Haltestellen geplant: Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum. Die Haltestellen Lammstraße und Marktplatz sind durch ein unterirdisches Zwischengeschoss verbunden. Dadurch werden die Umsteigebeziehungen erleichtert. Bei der Haltestelle Europaplatz ist eine unterirdische Anbindung der Postgalerie und des Kaufhauses Breuninger vorgesehen. Die Kaufhäuser Karstadt und Peek&Cloppenburg können bei der Haltestelle Lammstraße über eine Zwischenebene unterirdisch angeschlossen werden. Bei der Haltestelle Ettlinger Tor ist ein unterirdischer Anschluss zum ECE geplant. Alle Haltestellen sind mit festen Treppen, Fahrtreppen und Aufzügen ausgestattet. Die Räume sollen hell und freundlich gestaltet werden. Für die Gestaltung der unterirdischen Stationen wurde ein Wettbewerb durchgeführt, an dem zehn renommierte Planungsbüros teilnahmen. Einhellig sprach sich die Jury für den Entwurf des Teams "Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH" und "Ingo Mauer GmbH" (Lichtplaner) aus. Deren Gesaltungskonzept soll auf alle unterirdischen Haltestellen übertragen werden. Die Haltestellen verfügen über eine Bahnsteighöhe von +34 cm (Länge ca. 80 m) und +55 cm (Länge ca. 15 m) und können somit mit verschiedenen Fahrzeugtypen barrierefrei erreicht werden. Die unterirdischen Haltestellen haben dadurch eine Gesamtlänge von ca. 100 m. Die Bahnsteige der Haltestellen liegen zwischen 10,60 m (Durlacher Tor) und 13,70 m (Ettlinger Tor) unter der Geländeoberkante. Bei der Haltestelle Kongresszentrum liegt der Bahnsteig durch den Wegfall der Zwischenebene sogar nur 6,60 m unter dem Gelände. Darüber hinaus ist die Haltestelle seitlich zum Festplatz hin geöffnet und hat dadurch eine natürliche Belichtung.

Bauverfahren

Eine solch umfangreiche Baumaßnahme kann natürlich nicht ohne Beeinträchtigungen durchgeführt werden. Die KASIG als Bauherr wird sich aber bemühen, diese so gering wie möglich zu halten. Auch während der Bauzeit müssen der Straßenbahnbetrieb sowie der Fußgängerverkehr in der Kaiserstraße aufrecht erhalten werden und die Geschäfte müssen weiterhin für Kunden und Lieferanten erreichbar bleiben. Aufgrund der teilweise sehr beengten Verhältnisse und der Abhängigkeiten der einzelnen Baustellen untereinander wurde bereits jetzt ein entsprechender Bauablauf ausgearbeitet. Der Tunnel wird unterirdisch im sogenannten Schildvortriebsverfahren hergestellt. Bei dem vorgesehenen Tunnel handelt es sich um eine Röhre für zwei Gleise und einem Außendurchmesser von ca. 9,40 Metern. Die Röhre wird mit 45 Zentimeter starken Stahlbetonfertigteilen, den so genannten "Tübbingen", hergestellt. Ein Tübbing-Ring hat eine Länge von etwa zwei Metern und wird aus sechs einzelnen Teilen zusammen gesetzt. Für dieses Bauverfahren sind an der Oberfläche der Kaiserstraße keine Aufgrabungen erforderlich. Lediglich im Bereich der Rampen, der Haltestellen und des Gleisdreieckes am Marktplatz werden Beeinträchtigungen an der Oberfläche vorhanden sein. Die Haltestellen werden in der sogenannten Deckelbauweise hergestellt. Dabei wird nach dem Verlegen von Versorgungsleitungen zunächst der Baugrubenverbau sowie eine dichte Baugrubensohle gegen das anstehende Grundwasser hergestellt und danach eine oberflächennahe Stahlbetondecke (der Deckel) gebaut. Der eigentliche Ausbau der Haltestelle erfolgt dann unterhalb des Deckels, wobei die Oberfläche zum größten Teil wieder geschlossen werden kann. Durch die begrenzte Fläche in der Kaiserstraße ist eine halbseitige Herstellung der Bauwerke unter Verlegung der oberirdischen Straßenbahngleise notwendig. Die sichtbare Tiefe der Teilbaugruben bei der Deckelbauweise beträgt etwa drei bis vier Meter. Der Fußgängerverkehr, die Andienung der Geschäfte und der Straßenbahnbetrieb sollen gewährleistet bleiben, zeitweilige Beeinträchtigungen können nicht ausgeschlossen werden. Das Prinzip dieser Maschine besteht darin, dass eine zylindrische Stahlkonstruktion in der geplanten Tunnelachse vorgeschoben wird und gleichzeitig der Ausbruch des anstehenden Bodenmaterials über ein sich drehendes Schneidrad erfolgt. Die Stahlkonstruktion sichert durch eine unter Druckluft stehende Stützflüssigkeit solange den Ausbruchhohlraum, bis an ihrem Ende die verbleibende Tunnelsicherung durch Stahlbetonfertigteile, so genannte "Tübbinge", eingebaut ist. Die Stahlkonstruktion muss dabei dem Druck des umgebenden Bodens widerstehen und das anstehende Grundwasser zurückhalten. Der Abtransport des mit einer Stützflüssigkeit vermischten Bodens erfolgt über Pumpen und Förderleitungen. Im Bereich der Baustelleneinrichtung werden Boden und Flüssigkeit in einer Separieranlage wieder voneinander getrennt. Die Tiefenlage der Schildvortriebsmaschine und somit die Überdeckung mit Erdmaterial gewährleistet einen sicheren Vortrieb und die Unterfahrung der vorhandenen Versorgungsleitungen. Das beschriebene Vortriebsverfahren hat sich in der Praxis bereits weltweit bewährt und ist im vorliegenden Baugrund aus technischer und wirtschaftlicher Sicht vorteilhaft.

Brandschutz

Aufgrund der hohen Bedeutung dieses Themas wurde schon zu einem frühen Zeitpunkt der Vorplanung ein brandschutztechnisches Gutachten bei der STUVA (Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen) in Auftrag gegeben. In enger Abstimmung mit der Branddirektion der Stadt Karlsruhe wurden die notwendigen brandschutztechnischen Maßnahmen für die unterirdischen Haltestellen erarbeitet und festgelegt. Diese Festlegungen entsprechen den aktuellen Normen und Vorschriften. Grundprinzipien:

  • Die Haltestellen müssen zwei unabhängige Ausgänge erhalten.
  • Zu unterscheiden ist zwischen der Selbst- und der Fremdrettungsphase. Während der Selbstrettungsphase ist eine raucharme Schicht zu gewährleisten, deren Höhe 2,50 Meter nicht unterschreitet. Die Dauer der Selbstrettungsphase muss mindestens 15 Minuten betragen.
  • Die Dauer der Selbstrettungsphase muss größer sein als der Zeitpunkt bis die Haltestelle verraucht ist.
  • Die Treppenanlagen müssen als Fluchtweg ausreichend dimensioniert sein.

Diese Grundprinzipien finden bei der Haltestellenkonzeption ihre Anwendung. Der Stadtbahntunnel ist damit brandschutztechnisch als sicher einzustufen.

  • Die vorhandenen Fahrzeuge entsprechen den einschlägigen Brandschutzbestimmungen nur bedingt. Die Kosten für die Ertüchtigung der Fahrzeuge bzw. für Neubeschaffungen wurden bisher nicht beziffert.

Straßenbahn in der Kriegsstraße mit Straßentunnel

Die Kriegsstraße soll zu einem "städtischen Boulevard" mit einer Straßenbahntrasse in der Mitte umgebaut werden. Dazu muss der Autoverkehr teilweise nach unten in einen Straßentunnel verlegt werden. Der Durchgangsverkehr soll künftig unterirdisch geführt werden, für den Autoverkehr in die Innenstadt werden Ausfahrrampen angelegt. Dies schafft an der Oberfläche Platz für eine Umgestaltung mit Grünanlagen und einer Straßenbahntrasse.

Straßenbahn - Oberirdische Anlagen

In der Kriegsstraße entsteht zwischen Karlstor und Mendelssohnplatz eine neue oberirdische Trasse mit eigenem Gleiskörper, die das Streckennetz der Verkehrsbetriebe ergänzt und erweitert. Für die Karlsruher City bedeutet dies nicht nur ein zusätzliches Angebot im ÖPNV, sondern auch einen entscheidenden Impuls für die erwünschte Südentwicklung der Innenstadt.

Haltestellen

Die Straßenbahnen werden in der umgebauten Kriegsstraße die oberirdischen Haltestellen Karlstor, Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz anfahren. Bei der Gestaltung der Haltepunkte sind die Erfordernisse der Barrierefreiheit berücksichtigt und eingeplant.

Erschließungsstraßen

Durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs in den neuen Straßentunnel können die bisherigen oberirdischen Straßenflächen auf das für die Anbindung und Erschließung notwendige Maß reduziert und angepasst werden. Der dadurch gewonnene Raum ermöglicht den Umbau der Kriegsstraße zu einem Verkehrsweg, der nicht nur die Verhältnisse bei den anderen Verkehrsarten wesentlich verbessert, sondern auch städtebaulich einen bedeutenden Gewinn für die Karlsruher City mit sich bringt.

Radverkehr

Neben der Erbprinzenstraße wird die Kriegsstraße eine der wichtigsten West-Ost-Verbindungen für den Radverkehr darstellen. Um dieser Bedeutung gerecht zu werden, wird die Kriegsstraße derart ausgebaut, dass für Radfahrer in jeder Fahrtrichtung eine eigene Spur zur Verfügung steht.

Fußgängerverkehr

Um auch für Fußgänger die Aufenthaltsqualität in der Kriegsstraße zu erhöhen, werden möglichst breite Gehwege vorgesehen. Zusätzliche gesicherte Fußgängerübergänge bei der Ritterstraße, Lammstraße, Kreuzstraße und der Adlerstraße sollen die Trennwirkung der Kriegsstraße minimieren und zur besseren fußläufigen Verbindung zwischen der City und der Südweststadt bzw. der Südstadt beitragen.

Begrünung

Durch eine umfangreiche Baumpflanzung und dem grün angelegten Gleiskörper wird das Straßenbild erheblich aufgelockert; es entsteht ein Boulevardcharakter, der nicht mehr mit der heutigen "Asphaltwüste" zu vergleichen ist. Karlsruhe eine Stadt im Grünen, auch in der Kriegsstraße kann sie somit wieder ihrem Namen gerecht werden.

Straßentunnel

Streckenführung

Der Straßentunnel Kriegsstraße hat eine Länge von ca. 1,4 km und verläuft zwischen Karlstor und Mendelssohnplatz. Die zusätzlich vorgesehenen Einfahrts- und Ausfahrtsrampen am Karlstor sowie am Ettlinger Tor gewährleisten, dass auch weiterhin eine leistungsfähige Verknüpfung mit dem angrenzenden oberirdischen Straßennetz der Innenstadt besteht. Das ECE-Center ist direkt an den Straßentunnel angebunden, d.h. es wird aus Richtung Osten eine unterirdische Zufahrt zu den Parkdecks des ECE geben. Die unterirdische Ausfahrt aus dem ECE erfolgt nach Westen in Richtung Karlstor.

Querschnitt

Als Regelquerschnitt besitzt der Straßentunnel pro Fahrtrichtung einen Fahrstreifen mit Standspur. Lediglich zwischen Ettlinger Tor und Mendelssohnplatz sind in östlicher Richtung zwei durchgehende Fahrstreifen erforderlich. Aus Sicherheitsgründen wird zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen eine Zwischenwand mit Fluchttüren vorgesehen, um auch bei einem Brandfall eine schnelle und sichere Entfernung aus dem Gefahrenbereich zu ermöglichen.

Technische Ausrüstung

Der sichere Betrieb eines Straßentunnels erfordert verschiedene Einrichtungen z.B. für Lüftung, Beleuchtung, Entwässerung und Kommunikation, die gesteuert und überwacht werden müssen. Dafür ist ein unterirdisches Tunnelbetriebsgebäude westlich des Landratsamts an der Badenwerkstraße vorgesehen. Nach bisherigem Stand der Untersuchung hinsichtlich den Luftschadstoffimmissionen ist beim Westportal am Karlstor eine Anlage zur Absaugung der Portalluft erforderlich. Die zugehörigen Einrichtungen, wie unterirdische Technikräume und der ca. 20 m hohe Abluftkamin, können hierfür an der Stelle des bisherigen Hebewerks nordöstlich des Karlstors erstellt werden.

Bauverfahren

Der Umbau der Kriegsstraße kann verständlicherweise nur in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Nur dadurch werden sich die erforderlichen Einschränkungen im Verkehrsablauf örtlich und zeitlich in einem akzeptablen Rahmen bewerkstelligen lassen. Bei der Planung des Bauablaufs wird vor allem darauf geachtet, dass die Erschließung und Zugänglichkeit der Grundstücke gewährleistet ist. Aufgrund der Oberflächennähe muss der Tunnel in offener Bauweise im Schutze einer Baugrubensicherung hergestellt werden. Die Baugrubensohle wird abgedichtet. Damit wird eine Grundwasserabsenkung vermieden. Die verkehrlichen Einschränkungen sind gutachterlich untersucht und werden als vertretbar eingestuft.

Finanzierung

Die Baukosten für das Gesamtprojekt Kombi-Lösung liegen bei ca. 500 Millionen Euro. Der Stadtbahntunnel inklusive des Südabzweiges am Marktplatz kostet voraussichtlich rund 335 Millionen Euro, der Umbau der Kriegsstraße ca. 165 Millionen Euro. Das Projekt kann nur realisiert werden, wenn Zuschüsse nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz (GVFG) gewährt werden. Die Wirtschaftlichkeit des Projektes ist nach den Kriterien der Standardisierten Bewertung nachgewiesen. Die KASIG hat im Dezember 2004 den Antrag auf Zuwendungen nach dem GVFG in Stuttgart beim Ministerium für Umwelt und Verkehr vorgelegt.

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