Herz-Jesu-Kirche (Ettlingen)

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Kirchturm

Die Herz-Jesu-Kirche ist eine katholische Kirche in Ettlingen.

In ihr hält die Pfarrgemeinde Herz-Jesu Ettlingen Gottesdienste ab. Nach der älteren Martinskirche in der Altstadt ist sie die zweite katholische Kirche in der Ettlinger Innenstadt. Ihr Turm prägt zusammen mit dem Rathausturm und dem Turm von St. Martin die Silhouette von Ettlingen.

Es besteht ein Förderverein, siehe Förderverein zur Renovation der Herz-Jesu-Kirche, und eine Ministranten-Gruppe, die Ministranten Herz-Jesu Ettlingen [1].

Geschichte

Anlass für den Bau der Kirche war der Platzmangel in der Martinskirche. Deren Renovierung im Jahre 1874 schaffte zwar vorübergehend Erleichterung, aber bereits zwanzig Jahre wurde konkret über eine Kirchenvergrößerung gesprochen. Da diese das Aussehen der Kirche massiv verändert hätte, kam der Plan eines Kichenneubaus außerhalb der Stadtmauern auf. Besonders der seit 1891 in der Martinspfarrei tätige Pfarrer Ludwig Albert trieb die Neubaupläne voran. Nachdem 1893 ein Grundstück des Altbürgermeisters Adolf Groß an die Pfarrgemeinde fiel, ein angrenzendes Gelände gekauft werden konnte und der noch fehlende Teil durch die Stadt Ettlingen unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde, fiel im Januar 1894 die Entscheidung zugunsten der neu zu bauenden Kirche. Verschiedene Entwürfe, die alle einen verhältnismäßig hohen Turm vorsahen, wurden vorgelegt, im Oktober 1901 entschied sich die Kirchenbehörde für einen Entwurf von Johannes Schroth, der zeitgenössische mit romanischer Bauweise verband. Die Kosten wurden auf 330.000 Mark veranschlagt.

Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1902 und wurden Mitte 1906 beendet. Pfarrer Ludwig Albert, der aus einer Zimmermannsfamilie stammte, galt als Bauführer und nahm auch Einfluss auf die Innengestaltung. Zudem stiftete er die größte der 8 Kirchenglocken.

Eine Neuheit in Ettlingen war die elektrisch betriebene Orgel. Der übrige Bau blieb jedoch unelektrifiziert.

Im Ersten Weltkrieg mussten die Zinnpfeifen der Orgel und die Hälfte der Glocken zu Kriegszwecken abgegeben werden. Erst 1928 erhielt die Kirche wieder ein vollständiges Geläut.

Bereits 1926 erfuhr die Kirche eine erste Umgestaltung, als Stadtpfarrer Augustin Kast die ursprünglich weißen unteren Wände färben ließ und einige Bilder in vorderen Bereich der Kirche hinzugefügt wurden. Im Zweiten Weltkrieg verlor die Kirche, die von einem Granateneinschlag nur geringe Schäden davontrug, abermals 7 ihrer Glocken, die nach Ende des Krieges zunächst provisorisch ersetzt wurden und 1956 unter Stadtpfarrer Joseph Reichenbach in ursprünglichem Zustand wiederhergestellt wurden.

Eine massive Umgestaltung erfuhr die Kirche unter Stadtpfarrer Ludwig Holtermann. in den Jahren 1964 bis 1966. Einerseits waren bauliche Renovierungen notwendig, andererseits sollten die Ergebnisse des II. Vatikanischen Konzils umgesetzt werden. So wurden der Hochaltar, die Kanzel, die Kommunionbank (die bereits eine Tieferlegung erfahren hatte) sowie die Einrichtung der Taufkapelle entfernt. Umgestaltet wurde auch das unter Augustin Kast geschaffene Gefallenendenkmal. Der Karlsruher Künstler Herbert Kemper schuf eine Tabernakelstele mit dazugehörigen Leuchtern, Emil Wachter wurde mit der Neugestaltung der meisten Kirchenfenster beauftragt. 1975 wurde das Turmdach neu gedeckt.

Die zweite große Umgestaltung, die bereits 1981 durch Holtermann in Aussicht gestellt worden war, begann schließlich im Jahr 1990. Zunächst wurde die Heizungsanlage modernisiert, danach erfolgte eine Außensanierung. Außerdem wurde nach längeren Diskussionen über das Aussehen das Kircheninnere neu gestaltet, wobei Altar und Tabernakel versetzt und aus akustischen Gründen eine aus dem Jahr 1858 stammende Stieffell-Orgel aufgestellt wurde. Schlussendlich wurde die Beleuchtungsanlage erneuert, was zusammen mit der Innenbemalung einer deutlich helleren Optik führte. 2001 erhielt die Kirche eine weitere Orgel.

Mitte Oktober 2009 wurde der Turm bei veranschlagten Kosten von 42.000 Euro saniert.

Name

Die Namensgebung der Kirche erfolgte zu einer Zeit, als die Herz-Jesu-Verehrung ihren Höhepunkt erreicht hatte. im Jahre 1900 hatte Papst Leo XIII die Welt dem göttlichen Herzen Jesu geweiht, bei der Benennung der Kirche wurde dieser Gwedanke aufgegriffen.

Lage

Die Kirche liegt an der Pforzheimer Straße, Ecke Durlacher Straße.

Dieser Ort im Stadtplan:

Haltestellen-H klein.png  nächste Haltestelle: Ettlingen Huttenkreuzstraße oder Ettlingen Stadt    

Bilder

Literatur

  • Robert Langensteiner: „Die Herz-Jesu-Kirche in Ettlingen von 1906 – 1993; ihre Baugeschichte von 1906 bis zur Innenrenovation 1991 – 93“, in: Ettlinger Hefte Nr. 28 (1994), Ettlingen 1994, Seiten 13 – 18
  • „Die Orgeln in der Herz-Jesu-Kirche Ettlingen“, herausgegeben vom Katholischen Pfarramt Herz-Jesu Ettlingen, Ettlingen 2001
  • Kath. Pfarramt Herz-Jesu: Ettlingen Herz-Jesu-Kirche, 1996 (Druck: Kunstverlag Harals Lipp, Horb a.N.)