Hermann Schneider (1881–1965)

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Hermann Schneider (* 17. Januar 1881 in Emmendingen; † 26. März 1965 in Freiburg) war Bau-Bürgermeister in Karlsruhe.

Wirken

Von 1919 bis 1933 war Schneider Baubürgermeister in Karlsruhe. Zu den wichtigsten Projekten seiner Amtszeit zählen das Rheinstrandbad Rappenwört, die Dammerstocksiedlung und der erste Generalbebauungsplan von 1926 für Karlsruhe. Er veranlasste die Neuorganisation der Bauämter, die Gründung der Volkswohnung als städtische Wohnungsbaugesellschaft, Unterstützung des genossenschaftlichen Bauens,die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, die Planung Autobahnbau HAFRABA, die Planung des Sportparks entlang des neu angelegten Park- (Adenauer-)rings u.v.m.


Daneben gilt Schneider als Initiator des Ringtennis-Spiels und förderte es ab 1925.

Baubürgermeister Hermann Schneider war ein Glücksfall für Karlsruhe in den Zwanziger Jahren. Trotz sehr beschränkter finanzieller Mittel und in einer Zeit, die Karlsruhe mit allerlei strukturellen Problemen beutelte (Hof weg, Militär weg, keine Großindustrie, neue Grenzlage am Oberrhein, Arbeitslosigkeit), hat er, ausgebildet als Bauingenieur, für das Karlsruher Planungs- und Bauwesen vorbildlich gewirkt:

Er stand, aus Südbaden stammend, politisch dem katholischen Zentrum nahe, was ihn nicht hinderte, die ganze Weimarer Republik hindurch einen breiten Horizont für neue Entwicklungen zu haben und diese in Karlsruhe umzusetzen. Er hatte die Bedeutung von neuesten Strömungen erkannt, stand mit Ernst May und dem (sozialdemokratischen) „Neuen Frankfurt“ in engem Kontakt, verfolgte 1926/27 klug analysierend die Querelen um die Stuttgarter Weissenhof-Siedlung und machte 1928 eine prägende Studienreise nach Amerika. In seiner Zeit war er äußerst innovativ.

Politisch war die Einführung des Neuen Bauens in Karlsruhe mit der Dammerstock-Siedlung sein Meisterwerk: Das Ergebnis des Wettbewerbs war geschickt eingefädelt, ebenso die Auftragsvergabe an Walter Gropius als künstlerischem Gesamtleiter, die Berücksichtigung von Riphahn, Grod und Haesler als Stararchitekten der Moderne aus Köln, Frankfurt und Celle, die einzelne Häuser realisierten, und die Einbindung von bislang eher konservatorischen Karlsruher Architekten, die von Gropius nachhaltig auf das Neue Bauen eingeschworen wurden. Und er riskierte viel, dass er dem flippigen dada-Künstler Kurt Schwitters aus dem Norden den Auftrag zur grafischen Gestaltung der Ausstellung „die gebrauchswohnung“ übertrug. Und nicht nur das: Schwitters durfte auch den Kopfbogen für das offizielle Briefpapier der Stadt gestalten. Beim Druckblättern der Akten fällt auf, welch konstruktivistische Ästhetik die Amtsschreiben zwischen 1930 und 1933 hatten. Da ist das heutige Erscheinungsbild der Amtspost schlichtweg spießig-provinziell.

Die Nazis schmähten Schneider. Er galt für sie als Inbegriff der zu überwindenden „Systemzeit“ und musste am Tag der Machtübernahme aus Karlsruhe fliehen, um nicht verhaftet zu werden. Die NS-Jahre „überwinterte" er weit weg von Karlsruhe als Bauingenieur beim Staudammbau in den österreichischen Hochalpen. Günther Klotz hatte die Absicht, ihn in der Nachkriegszeit wieder nach Karlsruhe zu holen. Aber Schneider wollte kein Amt mehr übernehmen, war aber in den 50er Jahren mehrfach als Gutachter tätig.

Bis heute müssen sich alle Karlsruher Baubürgermeister an ihm messen lassen.

Ehrung

Nach ihm ist die Hermann-Schneider-Allee benannt.

Weblinks

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