Hafen Maxau

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Luftbild Jachthafen in östliche Blickrichtung

Der Hafen Maxau wird als Jachthafen in Karlsruhe und von der Papierfabrik Stora Enso genutzt. Konzipiert war er ursprünglich als Rheinhafen für den Transport von Fracht nach Karlsruhe und Umgebung sowie für den Warenexport.

Geschichte

Der Jachthafen in südliche Blickrichtung

Ab 1830 diente Leopoldshafen als Hafen für Karlsruhe, 1864 brachte der neu erstellte Hafen Maxau die Schifffahrt näher an Karlsruhe heran und reduzierte damit die Transportzeiten sowie -kosten. Weil die Großherzogliche Regierung die Kosten für den Hafenbau nicht übernommen wollte, übernahm die Stadt die Kosten in Höhe von 100.000 Gulden selbst.

Im Osten des Hafenbeckens war der Umschlag der Güter auf Fuhrwerke vorgesehen worden und an der Südseite ein Umschlag auf die Maxaubahn. Der Hafen verfügte auch über einen Ladekran. Da der Güterumschalg jedoch überwiegend von Hand vorgenommen werden sollte, wurden in der Planung zahlreiche Treppen in die Uferböschung integriert. An der Ostseite wurde ein Steinkohlelager angelegt.

Ursprünglich war vorgesehen, die Hafenanlage mit dem Aushub des Hafenbeckens aufzuschütten. Mit den erforderlichen Baggerarbeiten war die Firma Fischer & Epp beauftragt worden. Da der Aushub jedoch zu schlammig war, wurde Material aus einer Kiesgrube bei Mühlburg entnommen und in nächtlichen Sondertransporten mittels der Maxaubahn angeliefert. Die Bauarbeiten waren im Jahr 1864 weitgehend abgeschlossen. Um die Gefahr der Versandung zu bannen sowie die Schüttung der Schutzdämme fertig zu stellen, musste noch bis in den Juli des Folgejahres gebaut werden.

Im Jahr 1866 wurden 106 Schiffe abgefertigt, die 27.835 Tonnen Fracht transportiert hatten. Den Großteil bildeten dabei Kohleschiffe, die allein 26.160 Tonnen Kohle lieferten. Den Rest der Güter bildete Eisen, Holz und Kartoffeln. Im gleichen Jahr sollte auch ein Dampfschifffahrtsdienst eingerichtet werden, der Karlsruhe mit Holland und England verbinden sollte. Allerdings fanden sich keine Investoren, die dieses Vorhaben finanzieren wollten.

Im Jahr 1870 betrug der Frachtumsatz 17.680, im Jahr 1880 30.567, im Jahr 1890 68.942 und 1899 178.342 Tonnen. Mit diesen Zahlen war der für den Hafen im Jahr 1861 von der Handelskammer Karlsruhe prognostizierte Warenumschlag von 50.000 Tonnen bei weitem übertroffen worden. Der Anteil des Kohletransports an der Fracht betrug zu Beginn des Hafenbetriebs über 80%. Im Jahr 1999 lag er nur noch bei etwa 50%.

Im Jahr 1899 wurden 12.838 Tonnen Fracht über den Hafen an ihre Zielorte versandt, während 165.504 Tonnen an den Hafen Maxau angelandet wurden.

Josef Langenstein errichtete 1877 eine ausschließliche Badeanstalt für Frauen im Hafen. Eine Militärbadeanstalt wurde 1890/93 hingegen nicht im Hafenbecken angelegt, weil dem Militär hierfür die Wasserqualität zu schlecht erschien, obwohl die zuständige Behörde den Betrieb der bestehenden Badeanstalt nicht beanstandete.

Die „Gesellschaft für Brauerei, Spiritus- und Presshefe-Fabrikation“, die von Georg Sinner gegründet worden war, hatte einen eigenen Dampfer erstellen lassen, um Getreide und Spiritus aus Posen und Ostpreußen transportieren zu lassen. Obwohl die Fracht auf ihrer 2.980 km langen Reise in Danzig und Amsterdam umgeladen werden musste, betrugen die Transportkosten nur 0,85 Mark pro Tonne. Die Kosten pro Tonne für den Bahntransport auf einer 934 km langen Zugstrecke wären hingegen bei 2,50 Mark gelegen, was knapp den dreifachen Kosten entsprach.

Der erste Industriebetrieb am Hafen siedelte sich 1885 im Hafengebiet an: die Zellstofffabrik Vogel & Bernheimer.

Da die Platznot im Hafen in den 1890er Jahren immer mehr zunahm, wurden verschiedene Pläne zur Erweiterung des Hafens gemacht. Da der Hafen nach Meinung vieler Gewerbetreibender immer noch zu weit von Karlsruhe entfernt lag und zu jener Zeit der Maxauer Hafen nicht innerhalb der Karlsruher Gemarkung lag, kam es zu keiner Hafenvergrößerung mehr und es wurde beschlossen, den Rheinhafen zu bauen. Die Stadt befürchtete, dass es bei einer Vergrößerung zu weiteren Industrieansiedlungen käme, deren Steuereinnahmen jedoch nicht an die Stadt gehen würden.

Als der Rheinhafen 1901 eröffnet wurde, verlor der Hafen Maxau am 11. Juni 1901 nach 37 Jahren seine Bedeutung als Güterhafen. Während seiner Betriebszeit bestand ständig die Gefahr der Verschüttung der Hafenzufahrt durch Sand und Kies, die vom Rhein ständig stromabwärts bewegt werden.

In der Zeit nach 1927 fand noch ein Warenumschlag für Güter statt, welche die am Hafen ansässige Firma Vogel & Bernheimer mit ihrer Zellstofffabrik benötigte. Hierzu wurde zwischen der Firma und der Stadt Karlsruhe eine entsprechende Vereinbarung geschlossen. Verboten war der Transport von im Maxauer Hafen angelieferter Waren auf der Straße oder per Bahn mit Ausnahme von Kohlelieferungen an die Ettlinger Papierfabrik von Vogel & Bernheimer. Im Jahr 1938 wurde im Rahmen der „Arisierung“ die Firma in „Zellstoffwerke Ettlingen-Maxau AG“ umfirmiert. Ab 1935 floss der Warenumschlag des Hafens Maxau in die Statistik des Rheinhafens mit ein, der zwischen 40.000 und 50.000 Tonnen lag.

siehe auch

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