Gustav Heller

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Gustav Heller (* 18. März 1900 in Rintheim; † 8. Juli 1977 in Karlsruhe) war ein Karlsruher SPD-Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er war Landtagsabgeordneter und ist Ehrenbürger der Stadt Karlsruhe.

Leben und Wirken

Ausbildung und politisches Engagement

Gustav Heller wurde im damals noch selbständigen Ort Rintheim bei Karlsruhe geboren. Nach der Volkschule machte er zunächst bei Junker & Ruh eine Ausbildung zum Modellschlosser. Danach besuchte er noch zwei Jahre die Volkshochschule.

Er wurde 1920 Mitglied der SPD und wurde für seine Partei im Jahre 1926 in die Karlsruher Stadtverordnetenversammlung gewählt, bevor er 1933, kurz nach der „Machtergreifung“ durch die Nazis, Mitglied des Gemeinderats wurde, dem er allerdings wegen seiner Verhaftung im März nur sehr kurze Zeit angehörte.

Kampf gegen die Nazis

1932 wurde er Vorsitzender der SPD Karlsruhe. Als Vorsitzender der „Eisernen Front“ und Sekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes bekämpfte er die erstarkenden Nationalsozialisten in Presse und Versammlungen. Auf Anweisung des Gauleiters Robert Wagner wurde er am 15. März verhaftet und ins Bezirksgefängnis in der Riefstahlstraße eingeliefert.

Verhaftung und „Schutzhaft“ in Kislau

Am 16. Mai 1933 wurde er auf offenem Polizeilastwagen zusammen mit weiteren Sozialdemokraten bei einer „Schaufahrt“ quer durch Karlsruhe ins Polizeipräsidium am Marktplatz transportiert und anschließend im KZ Kislau in „Schutzhaft“ genommen. Am 11. November wurde er zusammen mit seinem Genossen Erwin Sammet in Form einer „Beurlaubung für 3 Monate“ aus Kislau entlassen, schließlich wurde im Jahr darauf seine offizielle Entlassung aus dem KZ verfügt.

Wiederaufbau nach dem Krieg und Tod

Ab 15. Mai 1935 war er wieder bei der Firma Junker & Ruh in Arbeit; zunächst als Hilfsarbeiter, später als Schlosser. Nach dem Kriegsende 1945 baute er das zu rund 50 Prozent zerstörte Unternehmen Junker & Ruh wieder auf: Er wurde am 24. September Prokurist, am 20. Oktober kommissarischer Leiter und schließlich am 16. Dezember Direktor von Junker & Ruh. Von 1947 bis 1971 gehörte er dem Stadtrat in Karlsruhe an, war von 1948 bis 1950 Mitglied des Landtags und gehörte in den Jahren 1952 und 1953 der Verfassungsgebenden Landesversammlung an.

1965 erhielt er das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und am 18. März 1970 wurde ihm zu seinem 70. Geburtstag die Ehrenbürgerwürde der Stadt Karlsruhe für seine Verdienste beim Wiederaufbau der Demokratie und seiner Heimatstadt verliehen. Er verstarb im Alter von 77 Jahren in Karlsruhe.

Ehrungen