Götz Werner

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Götz Werner im April 2006

Prof. Götz W. Werner (* 5. Februar 1944 in Heidelberg) ist Gründer der Firma dm-drogerie markt und Professor der Universität Karlsruhe.

Leben

Nach seiner Drogistenlehre von 1961 bis 1964 am Bodensee erwirbt er sich eine gründliche Berufspraxis in verschiedenen Handelsunternehmen. 1968 tritt er in das elterliche Drogeriegeschäft in Heidelberg ein.

1973 gründet Werner seine erste eigene Drogerie in Karlsruhe. 1976 expandiert Werner auf den österreichischen Markt. 1978 existieren bereits mehr als 100 Filialen in Deutschland. Inzwischen gibt es etwa 1.500 Filialen in acht europäischen Ländern. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter, die Ende 2004 einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro erwirtschaftet haben. Sein Vermögen wird 2005 von „manager magazin” auf € 1,05 Mrd. geschätzt und liegt damit auf Platz 78 der „Liste der reichsten Deutschen”.

2003 wird er zum Professor des Instituts für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe ernannt.

Am 16. Mai 2008 übergibt er sein Amt als Geschäftsführer bei dm an Erich Harsch. Werner wechselt in den Aufsichtsrat.

Unternehmenskonzept

Zunächst weitete Werner das Discounter-Prinzip vom Lebensmittelhandel auf den Drogeriemarkt aus. Dies war ab 1973 möglich, weil die Preisbindung für Drogerieprodukte gesetzlich aufgehoben wurde.

Anfang der 1990er Jahre erneuerte Werner schrittweise auch die interne Organisationsstruktur. Die Filialen erhielten zunehmend mehr Selbstverantwortung und Eigenkontrolle. Heute bestimmen die dm-Filialen vor Ort selbst ihr Sortiment, ihre Dienstpläne, zum Teil die Vorgesetzten und sogar die Gehälter. Das Ergebnis dieser Form der Unternehmensführung sind vor allem niedrige Preise, eine hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter und damit auch eine hohe Kundenbindung.

Politisches Engagement

Götz Werner setzt sich öffentlich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein, da er das Ziel der Vollbeschäftigung für eine Utopie hält und Arbeitslose deshalb zu unserer Gesellschaft dazu gehören und in keiner Weise diskriminiert werden dürfen.

Kulturelles Engagement

2006 trat er der Kulturstiftung Festspielhaus Baden-Baden bei.

Auszeichnungen

  • 2003 erhält er für sein Lebenswerk den „Fairness-Ehrenpreis” von der Fairness-Stiftung.
  • 2004 prämiert die IHK Stuttgart das Ausbildungskonzept mit dem „Innovationspreis Ausbildung” 2004.
  • 2004 verleihen ihm der „Deutsche Industrie- und Handelskammertag” (DIHT), die Otto-Wolff-Stiftung und die Zeitschrift „Wirtschaftswoche” gemeinsam den „Initiativpreis Aus- und Weiterbildung”.
  • 2004, am 8. Oktober, erhält er im Karlsruher Rathaus das Bundesverdienstkreuz.
  • 2005 verleiht ihm der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) den „BDU ManagerAward”. Die Award-Vergabe findet am 6. Oktober im Rahmen eines Festabends des Branchenkongresses „Beratertag 2005“ in Bad Honnef statt.
  • 2008 erhält er das Verdienstkreuz 1. Klasse und wird als „Unternehmer des Jahres 2008” in der Kategorie „Handel” ausgezeichnet.
  • 2010 Deutscher Handelspreis der Kategorie „Lifetime Award“
  • 2013 Ehrenbürger des Karlsruher Institut für Technologie
  • 2014 Deutscher Gründerpreis
  • 2015 Erich-Fromm-Preis

Weblinks