Friedrich von Baden-Durlach

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Friedrich von Baden-Durlach (* 7. Oktober 1703; † 26. März 1732) war Erbprinz der Markgrafschaft Baden-Durlach.

Leben

Friedrich war der Sohn von Markgraf Karl III. Wilhelm und Magdalena Wilhelmine von Württemberg. Er wurde unter Hofmeister Johann Eberhard Friedrich von Wallbrunn sowie im Internat in Lausanne erzogen und studierte in Paris. Auch bereiste er Frankreich, die Niederlande und England.

Friedrich heiratete am 3. Juli 1727 in Leeuwarden[1] in den Niederlanden die damals 16-jährige Anna Charlotte Amalie von Nassau-Dietz-Oranien (1710–1777). Das Paar kam anschließend per Schiff rheinaufwärts und legte in Linkenheim an. Am 8. September zogen sie feierlich in Karlsruhe ein. Das Hochzeitsgeschenk der Eltern bestand aus Schmuck im Wert von 13.000 Gulden, 6.000 Gulden in bar, für die Braut 8.000 Gulden und als Morgengabe[2] 10.000 Gulden. Von der Mitgift der Braut lieh sich Karl Wilhelm, der stets in Geldnöten war, 60.000 Gulden „zum kundbaren Nutzen“ des Landes und stellte seinem Sohn einen Schuldschein aus mit einem marktüblichen Zinssatz von 6 %.

Der Erbprinz wohnte mit seiner Frau in einem Haus am Zirkel. An den Sonn- und Feiertagen pflegte er zusammen mit seiner Frau und seinem Vater im Karlsruher Schloss zu tafeln. Vater und Sohn verstanden sich offenbar gut. Er besaß eine Sammlung von Muscheln, die nach wissenschaftlichen Prinzipien organisiert war. Um 1730 erhielt er am südwestlichen Stadtrand von Karlsruhe einen Lustgarten, der Erbprinzengarten genannt wurde und auf dem später das Amalienschlösschen entstand.

Sein Vater Karl Wilhelm begann von nun an, den jungen Friedrich in die Regierungsgeschäfte mit einzubeziehen. Karl Wilhelm begründete deshalb die Geheime Deputation, die unter dem Vorsitz von Friedrich tagte. Ihr gehörten die Geheimräte Bürcklin, Schmauß und Wielandt an. Dieses Gremium hatte die Aufgabe, die Protokolle der anderen Gremien zu sichten und zu entscheiden, ob sie Karl Wilhelm vorgelegt werden sollten oder nicht. Dadurch verlängerte sich allerdings der Entscheidungsfindungsprozess. Geheimrat Bürcklin hatte Karl Wilhelm üblicherweise über die Protokolle und Vorlagen zu informieren, sobald sie von der Deputation gesichtet worden waren. Die letzte Entscheidung behielt sich Karl Wilhelm stets vor, der weiterhin das Land regierte. Deshalb entwertete sich die Deputation bald selbst und Friedrich nahm schon bald nur noch selten an den Sitzungen teil.

Im Jahr 1728 wurde er vom Schwäbischen Reichskreis[3] zum General-Wachtmeister befördert.

Der preußische Reiseschriftsteller von Pöllnitz[4] lernte Friedrich Anfang 1730 in Karlsruhe kennen und bezeichnete ihn als „etwas unter Mittelmaß“. Er habe „nicht das Feuer und die Kraft seines Vaters“. Die Herzogin von Orléans, bekannt als Liselotte von der Pfalz[5], bemerkte in einem Brief vom 3. April 1721 unter anderem, dass er in Paris einen „natürlichen Sohn“ gehabt habe.

Er starb mit 28 Jahren, kurz nach der Geburt des zweiten Sohnes, vermutlich an den Folgen der Schwindsucht[6]. Er wurde in Pforzheim bestattet.

Nachkommen

Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor:

Weblinks

Fußnoten

  1. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Leeuwarden“
  2. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Morgengabe“
  3. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Schwäbischer Reichskreis“
  4. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Karl Ludwig von Pöllnitz“
  5. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Liselotte von der Pfalz“
  6. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Schwindsucht“