Fritz Hirsch

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Fritz Hirsch

Dr. Friedrich Hirsch (* 21. April 1871 in Konstanz; † 18. Juli 1938 in Baden-Baden) war ein badischer Architekt, Denkmalpfleger und Ministerialrat.

Leben

Hirsch wurde am 21. April 1871 als Sohn eines Fabrikanten und einer Kaufmannstochter in Konstanz geboren. Nach dem Abitur 1889 studierte Hirsch in Karlsruhe und München Architektur und Kunstgeschichte. Frühe Bedeutung erlangte er ab 1905 durch seine Berufung zum Bezirksbaumeister in Bruchsal, wo er zunächst mit dem Bau der Fürst-Stirum-Klinik beauftragt wurde (heutiger Bauteil A). Anschließend übernahm er die Leitung der Sanierung des Bruchsaler Schlosses. Hirsch entschied unter anderem dass die bisher graue Fassade wieder in den barocken Urzustand versetzt wurde. Zeitgleich wurde die Kirche St. Peter saniert.

Anschließend war Hirsch an der Sanierung und dem Ausbau der Bruchsaler Stadtkirche beteiligt, ehe er 1913 nach Karlsruhe zog, wo er als hochbautechnischer Referent beim Badischen Finanzministerium tätig war. In dieser Tätigkeit war er verantwortlich für die Restaurierung der Schlösser Schwetzingen und Rastatt, der Münze und Stadtkirche in Karlsruhe und des Konstanzer Münsters.

Ab 1920 war er Honorarprofessor an der TH Karlsruhe, später auch Bauberater für den evangelischen Oberkirchenrat.

Daneben veröffentlichte Hirsch zahlreiche Werke zu bauhistorischen Themen. Zu den Wichtigsten zählt ein 1909 erschienenes Buch über das Bruchsaler Schloss und ein zweibändiges Buch über die Karlsruher Baugeschichte („100 Jahre Bauen und Schauen“).

1933 wurde Hirsch wegen seiner jüdischen Abstammung aus allen Ämtern entlassen, seine Bücher teilweise verbrannt. Er zog nach Baden-Baden, wo er 1938 verstarb.

Werke

(Auswahl, die für die Region relevanten)

  • „Hans Morinck”, Dissertation, 1897 (erhältlich bei archive.org)
  • „Das Bruchsaler Schloss im XIX. Jahrhundert“, Heidelberg, 1906 (erhältlich bei archive.org)
  • „Das Bruchsaler Schloss aus Anlass der Renovation (1900-1909)“, 1910
  • „Das Fürst Stirum-Krankenhaus in Bruchsal: Altes und Neues“, 1911
  • „100 Jahre Bauen und Schauen – ein Buch für jeden, der sich mit Architektur aus Liebe beschäftigt oder weil sein Beruf es so will; zugleich ein Beitrag zur Kunsttopographie des Großherzogtums Baden unter besonderer Berücksichtigung der Residenzstadt Karlsruhe“, 1928-38 (Digitalisat bei der BLB)
  • „Rastatt“, 1923

Ehrungen

Zur 200-Jahr-Feier des Bruchsaler Schlosses wurde Hirsch die Bruchsaler Ehrenbürgerwürde verliehen. Daneben befindet sich im Sitzungssaal des Bruchsaler Rathauses ein Portraitgemälde Hirschs. Im weiteren Umkreis des Bruchsaler Schlosses befindet sich die nach ihm benannte Fritz-Hirsch-Straße.

Auch von Schwetzingen war er Ehrenbürger, zudem Ehrensenator der Universität Freiburg und „Ritter hoher Orden“[1].

Weblinks

Fußnoten

  1. Wolfgang Stopfel: „Geschichte der badischen Denkmalpflege und ihrer Dienststellen Karlsruhe, Straßburg und Freiburg“, Seite 207