Feuerwehr Knielingen

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Fuhrpark 2005: LF10/6, TLF 8/18, LF 16 TS, MTW

Die Feuerwehr Knielingen ist eine Abteilung der Feuerwehr Karlsruhe des Stadtteils Knielingen. Sie ist eine von 16 Freiwilligen Abteilungen im Stadtgebiet.

Geschichte

1871 bis 1935

Die Freiwillige Feuerwehr Knielingen wurde nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges (1870-1871) am 16. Juli 1871 gegründet. Die treibende Kraft war der damalige Bürgermeister Christian Vollmer, der auch zum ersten Kommandanten der neugegründeten Wehr, damals noch „Pompiers-Verein“ genannt, gewählt wurde. Aus dem heute noch vorhandenen Mitgliedsbuch geht hervor, dass im Gründungsjahr 42 Knielinger Bürger der Wehr beitraten.

Im Juli des Jahres 1875 wurde die von Knielinger Bürgern gestiftete Fahne eingeweiht. Diese Fahne ging mit einem Großteil der Aufzeichnungen aus der Gründerzeit der Wehr 1945 bei der Besetzung des Knielinger Rathauses durch die französische Armee verloren. Ebenfalls im Jahre 1875 wurde das Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Knielingen seiner Bestimmung übergeben. Es diente bis 1976 als Unterkunft, ehe es von dem jetzigen Gerätehaus abgelöst wurde.

Nachdem sich die Freiwillige Feuerwehr Welschneureut am 24. Oktober 1886 gegründet hatte, übernahm die Knielinger Feuerwehr die Patenschaft.

Im Jahre 1896 wurde das 25-jährige Jubiläum und 1921 das 50-jährige festlich begangen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Freiwillige Feuerwehr Knielingen neu organisiert und unter dem 1. Kommandanten Gottlieb Friedrich Ermel begann ein erneuter Aufschwung. Beim 50-jährigen Jubiläum 1921 zählte die Freiwillige Feuerwehr Knielingen wieder 182 aktive und 52 passive Mitglieder.

Im Jahre 1935 stellte der langjährige Kommandant Ermel sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. An seine Stelle trat der damalige Kassier und Schriftführer Friedrich Fuchs, der im Zuge der Gleichschaltung für dieses Amt vorgeschlagen und vom Landesverband bestätigt wurde.

1935 bis 1945

Übergabe am 12. April 1935

Am 12. April 1935 wurde Knielingen nach Karlsruhe eingemeindet, damit verlor auch die Freiwillige Feuerwehr Knielingen ihre Selbständigkeit. Die Übergabe fand am 12. April 1935 auf dem Schulhof des neuen Schulhauses im Rahmen einer Schauübung statt.

Die Wehr wurde vom damaligen Branddirektor Wilke im Verband der Feuerwehren von „Groß-Karlsruhe“ begrüßt und in den Verband übernommen. Die Freiwillige Feuerwehr Knielingen hatte damit aufgehört, als selbständige Organisation zu bestehen. Nach dieser Schauübung und Ansprache fand in der Reinmuthstraße ein Vorbeimarsch an den geladenen Gästen statt.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden die Knielinger Feuerwehrmänner als Feuerlöschpolizei dienstverpflichtet und unter das Luftschutzgesetz gestellt. Bei zahlreichen Bränden in jenen schrecklichen Bombennächten verrichteten diese Männer ihre gefahrvolle Arbeit. Allein am 3. September 1942 hatten sie im Stadtteil Knielingen 36 Brandherde zu löschen.

Beim Einzug der Besatzungsmächte 1945 wurde die im Rathaus untergebrachte Fahne und die Protokollbücher für die Zeit von 1871 bis 1925 vernichtet.

1945 bis 1988

Als im September 1945 durch den Aufruf der Stadtverwaltung die Freiwilligen Feuerwehren neu ins Leben gerufen wurden, waren in Knielingen vor allem jüngere Männer bereit, das Werk der Knielinger Feuerwehr erneut aufzubauen und fortzusetzen. Der bisherige Kommandant Ing. Friedrich Fuchs stellte sein Amt zur Verfügung und am 16. September 1945 wurde Emil Knobloch zum 1. Kommandanten gewählt und von der Stadtverwaltung bestätigt.

Das 80-jährige Jubiläum wurde im Jahre 1951 festlich begangen.

Am 20. Januar 1958 verstarb der 1. Kommandant Emil Knobloch.

Zum Nachfolger und 1. Kommandanten wurde Heinz Knobloch gewählt, der dieses aufopferungsvolle Amt 1958 bis 1988 ausübte. Für seine Verdienste um die Sache der Freiwilligen Feuerwehren wurde Heinz Knobloch 1983 mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet.

Im Jahre 1961 konnte die Freiwillige Feuerwehr Knielingen auf ihr 90-jähriges Bestehen zurückblicken.

Ein weiterer Schicksalsschlag traf die Wehr am 25. Januar 1964, als der langjähriger 2. Kommandant Fritz Knobloch durch einen tödlichen Verkehrsunfall umd Leben kam. Auch er hat sich durch sein jederzeit kameradschaftliches Wesen die Sympathien aller Wehrangehörigen erworben. Seine über 25 Jahre dauernde aktive Dienstzeit wurde am 15. Juli 1961, anlässlich des 90-jährigen Jubiläumsfestes, mit der Verleihung des Feuerwehr-Ehrenabzeichens in Silber nebst Urkunde belohnt.

Im November 1964 ging ein langersehnter Wunsch mit der Überreichung eines neuen Gruppenlöschfahrzeuges LF8 in Erfüllung. Das bis zu diesem Zeitpunkt treu und zuverlässig dienende LF8, Baujahr 1936, wurde daraufhin aus dem Straßenverkehr herausgenommen und bei der Werkfeuerwehr Siemens eingestellt, bis es als „Oldtimer” Ausstellungsgegenstand in das Fahrzeugmuseum_Marxzell kam.

Am 21. Juli 1965 wurde die Wehr beim Großbrand in der DEA-Scholven-Raffinerie, heute OMW, zur Unterstützung der Karlsruher Berufsfeuerwehr alarmiert, als dort ein mit 1,5 Millionen Liter Benzin gefüllter Tank durch Blitzschlag entzündet wurde. Von den Kriegsjahren abgesehen, dürfte dieser Einsatz der gefährlichste der Knielinger Wehr gewesen sein, da jederzeit mit dem Schlimmsten gerechnet werden mußte. Nach achtstündigem pausenlosem und gefahrvollem Einsatz wurde sie von der Freiwilligen Feuerwehr Durlach abgelöst.

Ein abermaliger Aufschwung der Freiwilligen Feuerwehr Knielingen wurde im Frühjahr 1968 mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr eingeleitet.

Im Jahre 1971 beging die Wehr festlich ihr 100-jähriges Jubiläum.

Im Jahre 1976 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus im Rahmen der Brandschutzwoche seiner Bestimmung übergeben werden. Am Samstag, dem 10. September 1976 wurden die blumengeschmückten Löschfahrzeuge in einem kleinen Umzug in das neue Gerätehaus überführt. Das alte, das über 100 Jahre als „Heim" gedient hatte, wird heute vom Motor-Sport-Club Knielingen als Fahrzeughaus genutzt. Damit boten sich unserer Wehr neue Ausbildungsmöglichkeiten. Vorbei waren die Zeiten mit Unterricht in öffentlichen Lokalen, mangelnden sanitären Einrichtungen und räumlicher Enge.

Wie wichtig eine gut ausgerüstete und ausgebildete Freiwillige Feuerwehr für Karlsruhe ist, zeigt sich immer dann, wenn große Einsätze die personellen Möglichkeiten der Berufsfeuerwehr übersteigen. Erinnert sei an dieser Stelle an den Großbrand bei der Heinrich Heine GmbH am 30. Juli 1976, die Überschwemmungen 1978, 1981 und 1983. 1976 wurde die Wehr zusammen mit Durlach zur Überlandhilfe nach Bühl gerufen.

Das 110-jährige Jubiläum wurde 1981 unter Beteiligung vieler befreundeter Wehren aus dem Stadt- und Landkreis festlich begangen.

Einen weiteren schweren Einsatz hatte die Wehr am 25. Januar 1985 zu bestehen, als nach mehrmaliger Brandstiftung die Firma Plastikform (ehem. Badisches Blechpackungswerk) in Flammen aufging. Nur durch massierten Einsatz der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren konnte ein Übergreifen auf die angrenzenden Wohnhäuser verhindert werden.

Im Bereich des Fahrzeugparkes der Freiwilligen Feuerwehr Knielingen gab es in den letzten Jahren zahlreiche Veränderungen. Im Oktober 1981 wurde das altes Löschgruppenfahrzeug LF8 durch ein neues, modernes Fahrzeug des gleichen Typs ersetzt. Dieses Fahrzeug enthält als wesentliche Erweiterung einen Hilfeleistungssatz, der einen erweiterten Einsatz bei technischen Hilfeleistungen gestattet. Im Frühjahr 1984 wurden die Fahrzeuge des Katastrophenschutzes, ein TLF 8 und ein LF 16/TS, aus Knielingen abgezogen und ausgemustert. Als Ersatz wurden ein neues LF 16/TS und ein Rüstwagen, beides Fahrzeuge des Katastrophenschutzes, in Knielingen stationiert.

1986 wurde Knielingen 1200 Jahre alt. Dieses Jubiläum wurde von der Knielinger Bevölkerung und den Knielinger Vereinen gefeiert. Die Wehr übernahmen den Auf- und Abbau des Festzeltes, unterstützt von amerikanischen Pionieren. Im gleichen Jahr wurde das 115-jähriges Jubiläum mit einem Fest im Gerätehaus gefeiert.

1988 bis 2003

Unimog-TLF 2001

Auf der Jahreshauptversammlung am 11. Mai 1988 wurde Klaus Eisinger zum neuen Abteilungskommandanten und Hubert Wenzel zum Stellvertreter gewählt. Die bisherigen 1. und 2. Kommandanten, Heinz Knobloch und Werner Kiefer, hatten sich aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung gestellt. Heinz Knobloch war seit 1958 Abteilungskommandant, Werner Kiefer seit 1976 sein Stellvertreter. Beide Kameraden wurden am 14. Oktober 1988 im Rahmen einer Feierstunde offiziell aus ihren Ämtern verabschiedet. 1988 wurde auch ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 in Dienst gestellt. Dieses Fahrzeug schloß endlich die Lücke, die seit der Ausmusterung des alten TLF bestand. In diesem Jahr wurde auch der Beschluß gefaßt, eine neue Fahne zu beschaffen. Es dauerte 8 Jahre, bis die erforderlichen Spendengelder zusammengetragen waren und dieser Beschluß in die Tat umgesetzt werden konnte. 1991 wurde das 120-jähriges Jubiläum mit einem Straßenfest in und um das Gerätehaus gefeiert.

Am 14. Juli 1992 verstarb der langjähriger Abteilungskommandant Heinz Knobloch an den Folgen einer heimtückischen Krankheit. Heinz Knobloch war seit 1946 Mitglied der Wehr gewesen. Von 1958 bis 1988 war er 1. Abteilungskommandant. Heinz Knobloch wurde am 20. Juli unter großer Anteilnahme der Knielinger Bevölkerung und der Feuerwehren aus ganz Karlsruhe beigesetzt.

Die Jugendfeuerwehr konnte 1993 ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Noch heute sind viele Gründungsmitglieder in der Wehr aktiv.

Spektakuläre Einsätze gab es viele in den zurückliegenden Jahren, besonders getroffen hat jedoch der Brand der Sängerhalle am 23. April 1994, da hierdurch einer der kulturellen Mittelpunkte in Knielingen direkt bedroht wurde. Das Feuer konnte zwar auf den Küchen- und Gaststättenbereich begrenzt werden, der Schaden war jedoch verheerend.

2003 bis 2013

Im Oktober 2003 wurde Willi Lizenberger zum Abteilungskommandanten und Oliver Grobs zum Stellvertreter gewählt, nachdem Klaus Eisinger aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war.

Das LF8 von 1981 wurde 2005 durch das LF8/6, ein MAN L2000 Baujahr 2004, ersetzt. 2004 wurde ein neuer MTW der Marke Ford Transit in der Knielinger Wache stationiert. Das LF16-Ts auf dem Fahrgestell Iveco Magirus 130D 9 FA aus dem Jahre 1985 war ab 1986 in Knielingen und wurde 2009 wegen technischer Mängel außer Dienst gestellt. Dafür erhielt Knielingen ein LF16-TS, ein Mercedes 1113 B Baujahr 1984, das zuvor in Mühlburg stationiert war. Es wurde im Frühjahr 2010 außer Dienst gestellt

Ein LF KatS Baujahr 2010 auf Basis MAN TGM 13.250 4x4 BL FW mit Aufbau der Lentner GmbH ist seit 2011 in Knielingen stationiert

2013 bis heute

Im April 2013 wurde Alexander Maier zum Abteilungskommandanten gewählt und Oliver Grobs zum Stellvertreter wiedergewählt, nachdem Willi Lizenberger aus Altersgründen zurückgetreten war. Im Januar 2014 wurde Oliver Grobs zum Abteilungskommandanten und Steffen Reiser zum Stellvertreter gewählt.

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