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Fahrradpatenschaften

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Fahrradpatenschaften ist eine nach dem Prinzip der internationalen Kinderpatenschaften in Karlsruhe 1992 entwickelte Form des Spendengeldsammelns. Ein Spender aus Deutschland überweist einen bestimmten Betrag, der ausreicht, um in einem Afrikanischen Land ein stabiles ortsübliches Fahrrad zu kaufen.

Transport ohne Fahrrad

Das Fahrrad wird in Afrika an eine bedürftige Einzelperson, Familie oder ein soziales Projekt vergeben. Der Spender erhält Fotos von und Kontaktmöglichkeiten zu dem Fahrradempfänger und Information, für welche Zwecke sein Spendenfahrrad eingesetzt wird.

Wassertransport über lange Strecke

Hintergrund

Ein Karlsruher hatte nach längerem Afrikaaufenthalt und einer statistischen Untersuchung zum ländlichen Transportbedarf in Ostafrika jahrelang vergeblich versucht, renommierte deutsche Entwicklungsorganisationen zu überzeugen, die Fahrradnutzung und allgemeine Fahrradinfrastruktur in Afrika zu unterstützen. Mit Bekannten gründete er deshalb 1990 einen eigenen Verein in der Oststadt. (Jugendhilfe Ostafrika e.V.).

mit Fahrrad mehr und dreimal schneller

In einer Untersuchung an der Fachhochschule für Sozialwesen in Mannheim hatten sich bei einem Vergleich der Spendenwerbemethoden für Afrika die Vorteile der personalisierten Form der Kinderpatenschaftswerbung gezeigt.

Spender wollen auch dann direkt einzelne durch Foto bekannte Kinder unterstützen, wenn die Unterstützung von Familien, dem gesamten dörflichen Umfeld sowie Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur mehr Sinn machen und auch für die Kinder selbst nützlicher sind.

So wurden notgedrungen die Werbemethoden für Kinderpatenschaften eins zu eins übernommen und auf Fahrräder übertragen, um Geld  für Projekte zur Verbesserung der Fahrradinfrastruktur in Ostafrika zu bekommen. Tatsächlich hatte die Einführung der personalisierten Spendenwerbung ein fünf Jahre steil ansteigendes Spendeneinkommen für den Karlsruher Verein zur Folge.

Bedeutung

  • Die Werbung für Fahrradpatenschaften wurde von mehreren Organisationen übernommen (Hope International, World Bicycle Relief, wheels4life, makeamovecampaign ..) so dass insgesamt mit dem Fahrradpatenschaftsgeld wohl bisher deutlich mehr als 200 000 neue Räder in verschiedenen Ländern Afrikas gekauft werden konnten (2013).
  • Fahrradpatenschaften zeigen, dass es möglich ist, stabile neuwertige Räder aus eigener Dritte Welt Produktion anzuschaffen und das meist effizienter ist als Alträder zu sammeln und nach Afrika zu schicken (für die es oft keine oder nur teure Ersatzteile gibt).
  • mit dem Fahrradpatenschaftgeld konnten politische Kampagnen durchgeführt (Senkung der Einfuhrzölle für Fahrräder nach Ostafrika, Organisation des Ersten Afrikanischen Fahrradkongresses) sowie die erste Afrikanische Radfahrer Interessenvertretungs-Organisation (Fabio Uganda) gegründet werden.
  • die Werbung für Fahrradpatenschaften macht auf den Skandal aufmerksam, dass in unserer modernen, hochtechnisierten Welt Millionen Frauen und Kinder in armen Ländern die notwendigen Transporte zu Fuss machen müssen, obwohl ein stabiles Standardfahrrad weniger als € 65.- kostet.
Spendenwerbung von World Bicycle Reilief

Weblinks