Evangelische Kirche Leopoldshafen

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Blick von der Leopoldstraße (aus Richtung Rhein kommend) auf die Evangelische Kirche
Evangelische Kirche in Leopoldshafen während des Transports des Spektrometertanks Katrin am 25. November 2006 zum Forschungszentrum

Die Evangelische Kirche Leopoldshafen ist die 1852 erbaute evangelische Pfarrkirche in Leopoldshafen. Hier feiert die Evangelische Kirchengemeinde Leopoldshafen ihre Gottesdienste.

Geschichte

Vor der Einweihung der evangelischen Kirche in Leopoldshafen am 29. Mai 1853 fand der Gottesdienst im Betsaal im Rathaus statt. Dieser hatte Platz für rund 100 Personen. In kirchlicher Hinsicht war Leopoldshafen eine Filiale von Eggenstein, denn einen eigenen Pfarrer hatte Leopoldshafen erst rund 50 Jahre später im Jahr 1909.

In der Kirche befindet sich seit dem Jahr 1853 eine Orgel von Bernhard Merklin. Der Kirchenbalg ist die mechanische Form der Winderzeugung und noch original erhalten. In die äußeren Kästen wurden die inneren leicht beweglich eingearbeitet. Um den Winddruck zu erzeugen, muss der Orgelspieler mit seinem gesamten Körpergewicht in die Fußbügel treten.

Für die Kirche wurden drei Glocken gekauft. Diese waren 100, 200 und 400 Kilogramm schwer. Die Glocken wurden von der Glockengießerei Schweizer in Rastatt gegossen und trugen folgende Inschriften:

  • Große Glocke: Liebe

Im Jahre 1852 als Großherzog Leopold starb, Prinz Friedrich regierte, Wilhelm Bausch Landamtsvorstand, F. H. Lammert Pfarrer, W. Heckmann Schullehrer waren, goß mich J. Schweiger in Rastatt zur neuen Kirche in Leopoldshafen.

  • Mittlere Glocke: Glaube

Im Jahre 1852, als W. Ratzel Bürgermeister, J. Ratzel, W. Bolz, S. Nagel, S. Heyl Gemeinderäte waren, goß mich J. Schweiger in Rastatt zur neuen Kirche nach Leopoldshafen.

  • Kleine Glocke: Hoffnung

Im Jahre 1852, als W. Ratzel, W. Schmidt, J. Bolz, L. Leger Kirchengemeinderäte waren, goß mich J. Schweiger in Rastatt zur neuen Kirche nach Leopoldshafen.

Die große Glocke ging bereits im Jahre 1873 kaputt. Die Gemeinde Leopoldshafen bat den Großherzog über die Hoffinanzkammer um „Zuwendung von 8 Zentner Kanonenmetall aus dem deutsch-französischen Krieg“. Nach der Genehmigung wurde durch die Herstellerfirma in Rastatt der Umguss durchgeführt. Aus Dank wurde als Inschrift „Geschenk von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog Friedrich von Baden aus einer im Jahre 1870/1871 im deutsch-französischen Krieg eroberten französischen Kanone.“ eingraviert. Diese Glocke fiel danach dem Ersten Weltkrieg zum Opfer und wurde 1921 ersetzt. Im Zweiten Weltkrieg musste die mittlere Glocke abgegeben werden. Am 5. Juli 1950 wurde eine neue Glocke von Bühl mit den Ton C ausgeliehen und feierlich eingeweiht.

1968 wurden größere Außenrenovierungen an der Kirche duchgeführt und im Mai 1975 neue Speicherfenster an der Ostseite eingebaut.

Weblinks