Chronik von Palmbach

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Die Chronik von Palmbach für den Waldenserort.

  • 1698 Flucht und Vertreibung der Waldenser aus La Balme im Chisonetal.
  • 1698 / 1699 Die Waldenser überwintern in der Schweiz bei Basel.
  • 1699 Ansiedlung der Waldenser bei Mörfelden in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Gründung der Waldenserkolonie Walldorf.
  • 1701 Aus Walldorf kommend, gründen 28 Waldenserfamilien den Ort La Balme. Sie dürfen sich auf der Gemarkung Grünwettersbach, die seit dem Dreißigjährigen Krieg und den Verwüstungen durch französische Truppen 1689 zum Teil verödet ist, niederlassen. Der Ortsname erinnert an das Heimatdorf La Balme im Chisonetal in den Alpen, von wo die Waldenser wegen ihres Glaubens vertrieben worden waren. Noch im 18. Jahrhundert bürgert sich für den Ort der Name Palmbach ein. Noch heute lässt sich an den Familiennamen "Piston, Berger, Jourdan, Raviol, Tron" die französische Herkunft entnehmen. Weitere Namen sind auf den Grabsteinen des Friedhofs zu finden.
  • 1720 Da das den Waldensern überlassene Land zur Ernährung nicht ausreicht, erhalten 12 Familien, mit 48 Personen die Erlaubnis zur Auswanderung nach Preußen.
  • 1722 Palmbach erhält mit Jaques Resplandin seinen ersten eigenen Pfarrer.
  • 1725 Bau der ersten Kirche. Der schlichte Fachwerkbau wird am 25. November eingeweiht.
  • 1729 Errichtung eines Pfarrhauses
  • 1730 Mit der Gemeinde Grünwettersbach wird ein Vertrag über die Wasserrechte des Fallbrunnen (siehe Brunnen (Grünwettersbach))geschlossen. Da in Palmbach Wasserarmut herrscht, dürfen die Palmbacher ihr Wasser auch am Fallbrunnen holen.
  • 1785 Errichtung eines neuen Pfarrhauses, da das erste baufällig geworden war.
  • 1801 Palmbach wurde vor 100 Jahren gegründet. Es wird nach wie vor im französischen Dialekt unterrichtet und gepredigt.
  • 1806 Palmbach, bisher dem Amt Neuenbürg (Württemberg) zugehörig, wird infolge eines Tausches von Orten zwischen Baden und Württemberg dem Großherzogtums Baden Durlach angegliedert und damit badisch.
  • 1809 Errichtung des ersten Schulhauses und Anstellung des ersten deutschen Lehrers. Die deutsche Sprache wird in der Schule Pflicht, zuvor wurden die Kinder von Ortsansässigen französisch und deutsch unterrichtet.
  • 1821 Palmbach wird Mitglied der evangelischen Landeskirche.
  • 1829 In Palmbach sind nach einem amtlichen Bericht über die Vermögensverhältnisse "zwei Drittel der Gemeinde vergantet, die übrigen hart mit Schulden gedrückt". Es existieren zwei Gastwirtschaften.
  • 1844 Einrichtung des Rathauses in einem 1790 erbauten Wohnhaus.
  • 1830-1870 84 der etwa 300 Einwohner entscheiden sich für die Auswanderung nach Übersee, um ihre Existenzbedingungen zu verbessern.
  • 1870 In Palmbach zeichnet sich ein Strukturwandel ab. Viele Bauern verdienen in nahegelegenen Steinbrüchen oder den entstehenden Fabriken in Durlach, Karlsruhe und Ettlingen ein Zubrot.
  • 1871 Zur Erinnerung an die Friedensfeier werden zwei Friedenslinden geplanzt. Eine Linde hiervon ist heute in der Ortsmitte eines der Palmbacher Wahrzeichen.
  • 1886 Gründung eines Gesangvereins "Harmonie".
  • 1892 Die neue Wasserleitung wird eingeweiht. Die Wasserversorgung wird durch den Beitritt der Gemeinde zum Wasserversorgungsverband des Alb-Pfinz-Plateaus langfristig gesichert.
  • 1901 Palmbach hat jetzt 386 Einwohner und feiert mit einem großen Fest sein 200-jähriges Jubiläum. Pfarrer Meerwein schreibt die erste Palmbacher Ortschronik. Der Gemeinde wird das Ortswappen verliehen.
  • 1902 Bau eines neuen Rat- und Schulhauses.
  • 1905 Gründung eines Turnvereins. Er wird 1947 in "Turn- und Sportverein" umbenannt.
  • 1906 Bau einer neuen Kirche im neugotischen Stil, siehe Waldenserkirche Palmbach
  • 1914 Fertigstellung des neuen Pfarrhauses.
  • 1925 Das Gefallenendenkmal vor der Kirche wird eingeweiht, 19 Palmbacher Bürger sind im Ersten Weltkrieg gefallen. Im gleichen Jahr: Einrichtung der ersten Buslinie nach Durlach. Im Ort leben 392 Einwohner.
  • 1935 Der Dorfbach (Wetterbach) wird verdolt.
  • 1938 Die neue Autobahn wird eingeweiht. Am Ortsrand von Palmbach entsteht ein Autobahnanschluss.
  • 1939 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Palmbach.
  • 4. Dezember 1944: Palmbach wird bei einem Luftangriff auf Karlsruhe in Mitleidenschaft gezogen. Ein Einwohner stirbt, der Chor der Kirche wird zerstört.
  • 1936-1945 Der Zweite Weltkrieg fordert in Palmbach 36 Gefallene und 6 Vermisste Bürger. Im Jahre 1945 hat Palmbach 430 Einwohner.
  • 1945-1956 Zuzug von 110 Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.
  • 21. Dezember 1947: Erwin Schöller wird erstmals zum Palmbacher Bürgermeister gewählt. Er bleibt bis zum 31.12.1971 im Amt und ist Palmbachs dienstältester Bürgermeister.
  • 1949/1950 Im Advent 1949 wird die Kirche eingeweiht, nachdem die Kriegsschäden durch dem Bombenangriff beseitigt wurden. Am 2. Oktober 1950 bekommt die Kirche zwei neue Glocken.
  • 19. Oktober 1953: Der gebürtige Palmbacher Fabrikant Walter Tron wird zum ersten und einzigen Palmbacher Ehrenbürger ernannt.
  • 1954 Die Einwohnerzahl ist von 427 im Jahre 1938 auf etwa 550 angestiegen. Im Ort existieren 60 landwirtschaftliche Klein- und Nebenerwerbsbetriebe. Über 100 Palmbacher arbeiten in Fabriken in Durlach, Karlsruhe, Ettlingen und auch Pforzheim.
  • 1956 Der neue Kindergarten wird gebaut und eingeweiht.
  • 1958/1966 Mit der Erschließung von 33 Bauplätzen im Gewann Winterrot, sowie 66 Bauplätzen in den Gewannen Ob den Gärten und Brunnenfeld vollzieht sich der Wandel des Ortsbildes, das Dorf wird zum ländlichen Wohnort.
  • 1961 Die neue, nun im Tal verlaufende Landstraße zwischen Palmbach und Grünwettersbach wird gebaut.
  • 1962 Gründung des DRK Ortsvereines Palmbach. Im gleichen Jahr wird auch die Ortsgruppe Palmbach, des Pfadfinderbundes "Stamm Kondor" gegründet.
  • 1963 Die Ortsmitte wird neu gestaltet. Das Kriegerdenkmal und die Heinrich-Vierordt-Dichterbank werden von der Ortsmitte (vor dem Pfarrhaus) zum Friedhof Palmbach umgesetzt.
  • 1966 Die Zahl der Landwirte hat sich von 48 im Jahre 1946 auf 14 verringert, die Zahl der Arbeiter ist von 112 auf 249 gestiegen.
  • 1968 Rudolf Link, Kreisbrandmeister des Landkreises Karlsruhe, erliegt am 8. Juni 1968 seinen schweren Verletzungen
  • 16. Februar 1970: Ehrenbürger Walter Tron stirbt an den Spätfolgen eines Verkehrsunfalles.
  • 28. November 1971: Bürgermeister Walter Rohrer aus Grünwettersbach und Bürgermeister Erwin Schöller unterzeichneten in der Palmbacher TSV-Turnhalle den Fusionsvertrag zur Gemeinde Wettersbach.
  • 1. Januar 1972: Palmbach bildet mit Grünwettersbach die neue Gemeinde Wettersbach. Die Hoffnung, damit die Selbständigkeit zu sichern, erfüllt sich nicht. Der Ort hat 1.150 Einwohner. Walter Rohrer wird zum Bürgermeister gewählt.
  • 1. Januar 1975: Eingemeindung von Wettersbach nach Karlsruhe. Danach erhält Palmbach als Karlsruher Ortsteil wieder den ursprünglichen Namen. Der Ortsteil zählt 1.373 Einwohner.
  • 7. September 1984: Montage des neuen vergoldeten Hahnes auf der Kirchturmspitze durch Friedrich Heß. Der alte Hahn war 1983 auf Grund starker Korrosionsschäden abgenommen worden.
  • 1990 Das neue Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde wird eingeweiht.
  • 2001 Palmbach feiert mit einem großen Fest sein 300-jähriges Jubiläum. Der Karlsruher Stadtteil hat jetzt 1.820 Einwohner.
  • 2006 Es wird ein Waldenserplatz, der an die Geschichte des Ortes und der Vertreibung der Waldenser erinnern soll, geplant.
  • 2007 Palmbach erhält im Gewann Winterrot, mit der Rudolf-Link-Straße, sein erstes Gewerbegebiet.
  • 2009 Das neue Wohngebiet „Ob den Gärten / Neufeld”, mit der Gustav-Meerwein-Straße, wird fertig gestellt.
  • 2010 Die Waldenser-Grundschule wird geschlossen und in die Heinz-Barth-Schule Wettersbach integriert.
  • 2011 Der Gesangverein Harmonie Palmbach feiert sein 125-jähriges Vereinsjubiläum. Er ist der älteste Verein in Palmbach.
  • 2015 Der Palmbacher Waldenserweg wird eröffnet und das Waldenserdenkmal eingeweiht.

Siehe auch

Weblinks