Badisches Fußartillerie-Regiment Nr. 14

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Fahnenträger mit der von Wilhelm II. verliehenen Fahne des Regiments

Das Badische Fußartillerie-Regiment Nr. 14 war ein badischer Truppenteil innerhalb der preußischen Armee und gehörte zum XIV. Armeekorps. Es garnisonierte jedoch in Straßburg im Elsass, also im Gebiet des benachbarten XV. Armeekorps.

Geschichte

Das Regiment wurde am 11. August 1893 errichtet. Dazu hatten andere Fußartillerie-Regimenter Einheiten abgegeben.

Bereits 1897 erschien in Berlin beim renommierten[1] Verlag E. S. Mittler & Sohn eine Regimentsgeschichte des jungen Regiments (–> siehe unten: Literatur), bearbeitet von Hauptmann Rauthe, der als Kompaniechef im Regiment diente und fünf Jahre zuvor eine Geschichte des 1872 aus älteren (Feld-)Artillerie-Einheiten aufgestellten Badischen Fußartillerie-Bataillons Nr. 14 (das nun das I. Bataillon des Badischen Fußartillerie-Regiments Nr. 14 bildete) herausbrachte (erschienen Rastatt 1892 bei Greiser).[2]

Am 18. April 1900 verlieh Kaiser Wilhelm II. dem Regiment seine mit dem badischen Wappen und dem Namenszug Großherzog Friedrichs (I.) geschmückte Fahne (–> siehe nebenstehende Abbildung).

„Ich verleihe dem Badischen Fußartillerie-Regiment Nr. 14 ein Fahne. Ich lasse diesen Beweis Meiner besonderen Königlichen Gnade dem Regiment heute, am Tage der Erstürmung der Düppeler Schanzen[3], in der zuversichtlichen Erwartung zuteil werden, daß es seine Fahne stets in hohen Ehren halten und [...]zum Ruhme des Heeres führen wird.“

heißt es dazu in der Allerhöchsten Kabinetts-Ordre (aus „Badische Fahnen und Standarten“, „Amtliche Veröffentlichung des Armeemuseums Karlsruhe“, Karlsruhe 1936, Seite 30)

Ein Kanonier aus den Reihen des Regimentes verstarb während des Einsatzes in China[4]

Das Regiment nahm am Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) teil.

Kriegsformationen des 1. Badischen Fußartillerie-Regiments Nr. 14 waren das Reserve-Fußartillerie-Regiment Nr. 14, das Landwehr-Fußartillerie-Bataillon Nr. 14 und das Landsturm-Fußartillerie-Bataillon des XIV. Armeekorps.

"Nachgeschichte", Tradition

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Die Tradition des Regiments ging an die 5. Batterie des Artillerie-Regiments 5 der Reichswehr, die zudem auch die Tradtion des Hohenzollernschen Fußartillerie-Regiments Nr. 13 innehatte.[5]

Am 25. Oktober 1919 gründete sich in Freiburg der Verein der Offiziere und Beamten des ehemaligen Badischen Fußartillerie Regiments Nr. 14 mit Sitz in Freiburg im Breisgau.

In den 1920er Jahren wurde bei Bühl ein Gedenkstein für die Gefallenen des Regiments und seiner Kriegsformationen eingeweiht (–> siehe unten: Literatur).

Bis Ende der 1970er Jahre bestand eine Kameradschaft ehemaliger Angehöriger des Regiments, die bei Bühl jährliche Treffen im Sommer abhielt.

Das Feldartilleriebataillon 210 (kurz FArtBtl 210) der Bundeswehr übernahm (inoffiziell)[6] die Tradition des Badischen Fußartillerieregiments Nr. 14

Die Akten des Regiments werden in Karlsruhe im Generallandesarchiv verwahrt (456 F 97).

Personen

  • Prinz Friedrich Eduard zu Fürstenberg war Offizier im Regiment (–> Siehe unten: Literatur)
  • Adolf Klar sen. (1874–1937), ein Schüler von Pfarrer Heinrich Hansjakob (1837–1916), absolvierte im Frieden seinen Militärdienst beim Regiment und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Später war er bei der Freiburger Feuerwehr Hauptmann der 8. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr[7]
  • Albert Roth (*1893 in Liedolsheim; † 1952 in Karlsruhe), diente während des Ersten Weltkrieges (1914–’18) von 1914 bis 1917 im Regiment und wurde später ein eifriger Nazi...[8]
  • ...

Der Zahlmeister Hoffmann brachte 1899 „mit Genehmigung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums“ im Selbstverlag eine „Anleitung zur Bewirthschaftung der Truppen-Cantinen“ heraus (erschienen Straßburg 1899, gedruckt bei der Druckerei der Straßburger Neuesten Nachrichten).

Generäle

Mehrere aus dem Regiment hervorgegangene Offiziere brachten es später in der Reichswehr oder Wehrmacht bis zu einem Generalsrang:

  • Richard v. Berendt[9] (1865–1953), General der Artillerie. Wurde im Herbst 1893 als Premierleutnant ins Regiment versetzt.[10]
  • Wilhelm Berlin (1889–1987), General der Artillerie. Kam am 13. März 1909 als Fähnrich ins Regiment und erhielt 1910 am 27. Januar (Kaisers Geburtstag) im Regiment die Beförderung zum Leutnant. Während der Weimarer Republik ist er bis Ende der 1920er Jahre im Artillerie-Regiment 5[11], das die Tradition des Badisches Fußartillerie-Regiments Nr. 14 führt (–> siehe dazu oben).
  • Edgar Feuchtinger[12] (1894–1960), Generalleutnant, trat 1914 als Fahnenjunker ins Regiment ein und war mit diesem an der Front.[13] Erhielt die EK II und EK I sowie das Ritterkreuz II. Klasse mit Schwertern des Ordens vom Zähringer Löwen[14]
  • Karl-Ludwig Zutavern (1893–1944), Generalleutnant[15]

Literatur

  • R. Rauthe: Geschichte des Badischen Fußartillerie-Regiments Nr. 14 und seiner Stamm-Truppentheile. Im Auftrage des Regiments bearbeitet und dem Regiment zu der 25jährigen Erinnerungsfeier an die Schlacht von Belfort gewidmet, Berlin 1897 (bei Ernst Mittler & Sohn)
  • Den Gefallenen Kameraden des Bad. Fußartillerie Rgt. № 14 und seiner Kriegsformationen, herausgegeben anlässlich der Gedenkstein-Einweihung am Immenstein bei Bühl/Baden, Baden-Baden 1924 (im Selbstverlag)
  • Hans Nonne: Badisches Fußartillerie-Regiment Nr. 14 (2. Bataillon), Herborn 1934
  • Hans Martin Jülicher: Offiziers-Stammliste des Badischen Fußartillerie-Regiments Nr. 14, vom 1. April 1848 bis 1. April 1913. Mit einem Verzeichnis der badischen Artillerie-Offiziere von 1780-1848. Im Auftrage des Regiments bearbeitet, Stuttgart 1913

zu einzelnen Themen und Personen:

  • Georg Tumbült: Prinz Friedrich Eduard zu Fürstenberg, Leutnant im Badischen Fußartillerieregiment Nr. 14 – Ein Gedenkwort, Leipzig 1917[16]

Weblinks

Fußnoten

  1. Siehe dazu über den aus Halle (Saale) stammenden Verlagsgründer: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Ernst Siegfried Mittler“ (1785–1870), dort Abschnitt „Werk“
  2. Publikationen von und über den Autor R. Rauthe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  3. am 18. April 1864 – Siehe dazu: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Düppeler Schanzen“. Beteiligt daran war der in Baden bekannte Prinz Friedrich Karl von Preußen (1828–1885)
  4. Übersicht der Kommandierungen der Fußartillerie zum deutschen China-Expeditionskorps auf der privaten Webpräsenz von Siegfried Schäfer, Hohenlockstedt
  5. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „5. Artillerie-Regiment (Reichswehr) – Traditionsübernahme“
  6. Einheiten der Bundeswehr haben offiziell keine Tradition
  7. Chronik der Firma Klar Sanitärtechnik auf der offiziellen Webpräsenz der Adolf Klar GmbH, Freiburg
  8. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Albert Roth“ mit Photo
  9. Zur Person siehe: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Richard von Berendt“
  10. Biographie General d. Artillerie Richard v. Berendt auf der Webpräsenz Lexikon-der-Wehrmacht.de
  11. Biographie General d. Artillerie Wilhelm Berlin auf der Webpräsenz Ritterkreuztraeger-1939-45.de
  12. Zur Person siehe: Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Edgar Feuchtinger“
  13. Biographie von Generalleutnant Edgar Feuchtinger auf der Webpräsenz Lexikon-der-Wehrmacht.de
  14. specialcamp11.fsnet.co.UK: englischsprachige Biographie, mit s/w-Photo in Generalsuniform
  15. Biographie von Generalleutnant Karl-Ludwig Zutavern auf der Webpräsenz Lexikon-der-Wehrmacht.de
  16. Publikationen von und über Prinz Friedrich Eduard zu Fürstenberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, dort allerdings mit Buchstabendreher als „Friedrich Eudard“!